8 Wochen Deutschland Dank Corona

Woche 1 von Mi. 20.05.20 bis So. 24.05.20

„Dank“ Corona beschlossen wir, während unserer diesjährigen Frühjahresreise innerhalb der Grenzen Deutschlands zu bleiben – eigentlich sollte es nach Norwegen gehen. Skandinavien haben wir somit verschoben.

Als grobe Orientierung folgen wir der Deutschen Alleenstraße – auf diese trafen wir in Reutlingen. Allerdings ohne einen einzigen Baum einer Allee zu sehen, fuhren wir bis in den Pfälzer Wald, genauer gesagt, bis ins Dahner Felsenland. Den dortigen 12 km langen Felsenpfad bezwangen wir zu Fuß und staunten über die außergewöhnlichen Felsformationen.

Die Deutsche Alleenstraße trifft bei Boppard auf den Rhein. Diese verließen wir ein kurzes Stück in Richtung Süden bis zur Loreley. Dort bezogen wir unser Nachtquartier.

Das nächste Ziel war Limburg an der Lahn. Hier endete die erste Woche unserer Reise auf einem Parkplatz nahe der Altstadt.

Woche 2 von Mo. 25.05.2020 bis So. 31.05.2020

Morgens bummelten wir noch durch die schöne kleine Altstadt von Limburg. Bestaunten die schmucken Fachwerkhäuser und als Höhepunkt den Dom.

Im ca. 140km entfernten Schlitz, ebenfalls mit historischem Altstadtkern, übernachteten wir auf dem öffentlichen Stellplatz beim Sportplatz.

Fuldas Barockviertel und der Dom waren Pflicht. Der Deutschen Alleenstraße folgten wir weiter bis nach Wüstensachsen in der Rhön.

Hier in der Rhön gibt es zwei Moore, das schwarze und das rote. Auf gut überschaubarem Moorlehrpfad durchwanderten wir das Schwarzen Moor. Ganz in der Nähe befanden sich noch Überreste der ehemaligen DDR Grenzanlage. Am selben Tag noch ging es weiter nach Eisenach, wo wir nachmittags die Stadt besichtigten und abends die Drachenschlucht durchwanderten. Einen ruhigen Übernachtungsplatz fanden wir vor den Toren der Stadt,

Die Wartburg wollte ich unbedingt noch fotografieren, so machte ich mich am Donnerstag Morgen auf den steilen Weg hinauf zur Burg.

Als weiteres Highlight stand nun Erfurt, die Hauptstadt von Thüringen, auf dem Programm. Weiter führte uns die Fahrt über Burgk an der Saale nach Thiergarten und weiter bis ins Erzgebirge nach Annaberg-Buchholz.

Zwischenzeitlich war es Pfingstsonntag.

Woche 3 von Mo. 01.06.2020 bis So. 07.06.2020

Nach dem gestrigen trüben und kühlen Tag, hatten wir heute, am Pfingstmontag, schönstes warmes Wetter. Auf dem Weg Richtung Dresden fanden wir auf halber Strecke einen genialen Platz direkt an einem Bach. Hier verbrachten wir den Tag und auch die Nacht.

Leider wird in Dresden sehr viel gebaut bzw. renoviert. Dennoch beeindruckte uns diese wunderschöne Stadt.

Der Höhepunkt dieser Woche war allerdings die mittelalterliche Felsenburg Bastei im schönen Naturpark Sächsische Schweiz.

Über Neukirch / Lausitz ging es zum Berzdorfer See bei der Ortschaft Deutsch Ossig in der Nähe von Görlitz. Wie viele andere, ist auch dieser See aus einer ehemaligen Braunkohleabräumhalde entstanden. Diese werden rekultiviert und über Jahre zu einem See geflutet. Der Bevölkerung bieten sie so ein tolles Freizeitangebot als Entschädigung.

Durch die Oberlausitz führte uns der Weg nach Hoyerswerda.

Im Lausitzer Seenland waren wir vom Ausmaß des noch aktiven Braunkohletagebaus zutiefst beeindruckt. Zum Wochenausklang haben wir am Bergheider See, mit Blick auf das Besucherbergwerk F60, idyllisch übernachtet.

Woche 4 von Mo. 08.06.2020 bis So. 14.06.2020

Pünktlich um 10 Uhr war ich am Eingang des Besucherbergwerks um die größte Maschine der Welt, die Abraumförderbrücke F60 zu besichtigen. Dieser Stahlgigant war nach dreijähriger Aufbauzeit schon nach einem Jahr Arbeit wieder still gelegt worden. Nach der Wende hatte sich wegen dem sinkenden Bedarf an Braunkohle dieser Tagebau bei Lichterfeld nicht mehr rentiert. Die Aufgabe einer Förderbrücke ist es, den Abraum über der eigentlichen Kohle, von der eine Seite der Grube, auf die schon leer geräumte Seite zu befördern, bzw., diese wieder mit Abraum zu befüllen. Den Schlafplatz für den heutigen Tag bezogen wir am Schlabendorfer See.

Im Spreewald bei Lübbenau sind wir statt mit dem Stocherkahn zu Fuß den unzähligen Wasserkanälen gefolgt.

Weiter durch den Spreewald kamen wir zu einer Wüste, der Lieberoser Wüste. Dieser ehemalige Truppenübungsplatz diente den Sowjets im Kalten Krieg zur Schaustellung der eigenen Macht. Die Panzer und die verursachten Waldbrände sorgten für die „Verwüstung“ dieses Landstriches.

In Jänschwalde hatten wir noch einmal die Gelegenheit den Raubau an der Natur durch den Braunkohleabbau zu besichtigen.

Als Übernachtungsort wählten wir die Stadt Guben. Die Stadt, in der Gunther von Hagens sein Gruselkabinett, bzw. sein Plastinarium betreibt. Der Stellplatz selbst befand sich an einer 1945 gesprengten Brücke nach Polen. Übrigens, nach Polen konnten wir Corona bedingt leider noch nicht einreisen.

Die restliche Woche folgten wir konsequent der polnischen Grenze nach Norden. Über Eisenhüttenstadt nach Lebus bei Frankfurt (Oder). Auf dem Weg bestaunten wir das imposante Kloster in Neuzelle.

Weiter entlang der Oder (polnischen Grenze) in Richtung Norden bis zur Fähre nach Güstebiese (Polen). Allerdings war auch diese wegen Corona noch geschlossen, so dass wir uns wieder einmal nur mit einem Blick Richtung Polen begnügen mussten.

In Niederfinow befindet sich ein 1934 erbautes und noch in Betrieb befindliches Schiffshebewerk. Dieses war unser heutiges Ziel. Erstaunlich, welche Meisterleistung die Ingenieure damals schon vollbrachten. Den ansonsten genialen Stellplatz am Oder-Havel-Kanal konnten wir durch Regen und Gewitter nur bedingt genießen.

Die Woche beendeten wir an der polnischen Grenze in Gartz (Oder) am Nationalpark Unteres Odertal.

Woche 5 von Mo. 15.06.2020 bis So. 21.06.2020

Da seit Samstag die Grenze zu Polen wieder offen ist, haben wir uns heute spontan dazu entschlossen Stettin zu besichtigen. Allerdings entsprach dieses Vorhaben nicht so ganz unseren Vorstellungen. Zum einen standen wir stadtein- sowie stadtauswärts im Stau und auch die Stadt selbst, war nicht sehr beeindruckend. Dafür entschädigte uns der heutige Stellplatz. Wieder auf deutscher Seite, standen wir direkt an einem kleinen Badesee bei Blankensee.

Zwischenzeitlich haben wir die Ostsee erreicht. Unsere Idee ist es, bis nach Rügen zu fahren um dort die Kreidefelsen zu bewundern. Allerdings mussten wir sehr schnell feststellen, dass die Auswahl an freien Stellplätzen mit jedem Meter Richtung Norden schrumpft. Heute sind wir zwischen den beiden Usedomer Bernsteinbädern Koserow und Zemplin auf einem Stellplatz eines Autokinos untergekommen.

Aus Ermangelung an für uns geeigneten Stellplätzen haben wir uns spontan entschlossen, nun doch nicht bis nach Rügen zu fahren. Heute am Mittwoch ging es deshalb erst mal westwärts. Bei Demmin trafen wir dann wieder auf unsere Hauptroute, die Deutschen Alleenstraße. Ein kurzes Stück war es dann bis Trittelwitz, an der noch jungen Peene. Hier fanden wir wieder Natur pur.

Der Deutsche Alleenstraße folgten wir bis Waren (Müritz).

Am Freitag wurde das Wetter deutlich schlechter. Beim Müritz-See schaute ich mir einige spannende Lost Places der Roten Armee an. In Mirow mit seiner Schlossinsel, haben wir auf einem offiziellen Stellplatz übernachtet.

Leider hatte es am Samstag den ganzen Tag geregnet. Wir verbrachten deshalb die meiste Zeit im Wohnmobil. Erst gegen Nachmittag rafften wir uns zur Weiterfahrt auf. Über idyllische, kleine Orten fuhren wir dann noch bis Fürstenberg.

Gott sei Dank wurde das Wetter am Sonntag wieder besser. So starteten wir schon früh morgens in einen volles Tages-Programm: Nachdenklich und bedrückt besichtigten wir die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Das Schloss Meseberg bei Gransee beeindruckte auf eine ganz andere Art. Es wurde von der Messerschmittstiftung mit einer Summe von 25 Mio € vor dem Verfall gerettet und jetzt der der Bundesregierung als Gästehaus für einen symbolischen Euro zur Verfügung gestellt. Diese investierte dann nochmals 13 Mio. € Steuergelder. Am Glambecksee beendeten wir diesen Tag und somit auch die Woche in völliger Einsamkeit.

Woche 6 von Mo. 22.06.2020 bis So. 28.06.2020

Anfang der Woche haben wir Sophie und Richard in ihrem wunderschönen Domizil in Kyritz besucht. Beide kannten wir von unserer ersten Albanienreise.

Durchs Havelland fuhren wir über Strodehne und Rathenow nach Plaue.

Den Übernachtungsplatz an der Havel haben wir nur ungern verlassen. Dennoch wollten wir wieder ein Stück weiter. Das nächste Ziel sollte das ehemalige Olympiadorf der Spiele 1936 in Elstal sein. Leider war auch dieses, wie schon viele andere Lost Places geschlossen, bzw. mit einem Zaun gesichert.

Mehrfach wurde uns abgeraten nach Berlin zu fahren. Zu voll, zu heiß, zu hektisch, … Wir zogen es vor, statt dessen nach Potsdam zu fahren und wurden nicht enttäuscht. Das Schloss Sanssouci mit seinem weitläufigen Park und den beeindruckenden Nebengebäuden zog uns in seinen Bann. Mit dem Fahrrad ging‘s zum Holländischen Viertel. Die durch den Agententausch bekannt gewordene Glienicker Brücke überfuhren wir in Richtung Babelsberger Schloss. Überall gab es Hinweise auf die ehemalige Berliner Mauer. Hier waren wir auch nur ein paar Meter davon entfernt. In der Ruhe und Natur des Kahnsdorfersees in Richtung Beelitz, verarbeiteten wir die heutigen Eindrücke.

Immer auf der Suche nach einem guten Foto in einem Lost Place, freute ich mich heute, am Freitag, auf vermutlich das bekannteste Lost Place in Deutschland, die Beelitzer Heilstätten. Alleine stöbern war aber nicht. Nur mit einer Führung konnte ich eine der noch ziemlich gut erhaltenen Ruinen besichtigen. Ich entschied mich für das Alpenhaus, die ehemalige Lungenheilstätte für Frauen. Außerhalb dieser Besichtigungsanlage hat man schon begonnen, die alten Gemäuer zu exklusiven Wohnungen umzubauen. Somit ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis von den alten Zeitzeugen der Tuberkulose-Heilstätten nichts mehr im Original zu sehen ist.

Den Samstag verbrachten wir bei hochsommerlichen Temperaturen nochmals am See bei Wittbrietzen.

Für den Wochenausklang haben wir uns dann die Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf ausgesucht. Hier haben wir uns getrennt. Martina wühlte in alten Büchern und ich in alten Bunkern.

Woche 7 von Mo. 29.06.2020 bis So. 05.07.2020

Den Übernachtungsplatz am Mellensee verließen wir schon recht früh. Dafür wanderten wir im Naturschutzgebiet Sperenberger Gipsbrüche ausgiebig, bevor wir wieder zum See bei Wittbrietzen fuhren und dort ein drittes Mal übernachtet haben.

Nächstes Ziel war Wiesenburg/Mark mit seinem kleinen aber schmucken Schloss und angrenzendem Park. Vor der Stadt gab es einen extra für Wohnmobile freigegebenen Parkplatz, den wir zusammen mit einem weiteren Wohnmobil für die Nacht belegten. In Wiesenburg trafen wir auch mal wieder auf die Deutsche Alleenstraße.

Dieser folgten wir bis zur Lutherstadt Wittenberg an der Elbe und erreichten dort auch die Grenze zu Sachsen Anhalt.

In Wörlitz spazierten wir durch die von der UNESCO anerkannte und wunderschöne Parkanlage.

Etwas enttäuscht waren wir von der Landeshauptstadt Magdeburg. Die Stadt hatte trotz des imposanten Doms und dem Hundertwasserhaus wenig „Stadtmitte“ und Charme. Auch war uns der Stellplatz, zwar schön an der Elbe gelegen, zu eng und voll, so dass wir uns bald wieder auf den Weg machten.

Beim 15 km nördlich gelegenen Schiffshebewerk fanden wir wieder mehr Weite.

Von Nachtruhe war allerdings nichts zu spüren. Aus der Ferne, aber kontinuierlich, wurden wir bis morgens um 7 Uhr mit Techno „berieselt“. Nach einer ausgiebigen Besichtigung der Schleusenanlage, beschlossen wir weiter in Richtung Harz zu fahren.

Woche 8 von Mo. 06.07.2020 bis So. 12.07.2020

Bevor wir den Harz erreichten, übernachteten wir in Schadeleben am Concordiasee, einem künstlich angelegten See im Harzvorland. Wer in dieser Gegend ist, sollte sich unbedingt die Altstadt von Quedlinburg anschauen. Die Stadt ist mit seinen wundervollen Fachwerkhäusern und verwinkelten Pflastergassen eines der größten Flächendenkmale Deutschlands und ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe. Auf dem Weg nach Thale, unserem heutigen Ziel, besichtigen wir die imposante Teufelsmauer. Sie ist schon ein deutlicher Hinweis auf die Mystik des Harzes.

Vom Übernachtungsplatz in Thale ging‘s zu einer kurzen Wanderung zur Rosstrappe, einem sagenumwobenen Aussichtspunkt in ca. 400 m Höhe. Einen Übernachtungsplatz mit Cowboyflair fanden wir beim Pullman City Harz.

In Anbetracht der etwas schlechteren Wetterlage haben wir beschlossen, heute, am Mittwoch, etwas mehr Strecke zu machen. Allerdings nicht in Richtung Heimat, sondern wieder etwas in den Norden. Zum einen wollte ich unbedingt noch einen Schaufelradbagger fotografieren und ferner die ehemalige Grenzanlage bei Hötensleben besichtigen.

Passend zum Grenzdenkmal Hötesleben gibt es ca. 18 km entfernt, an der A2 bei Helmstedt, die Gedenkstätte ‚Deutsche Teilung‘ Marienborn. Dieser ehemalige DDR-Grenzübergang ist fast noch im Originalzustand erhalten und steht seit 1990 unter Denkmalschutz. Hier wird einem erst so richtig bewusst, welchen Aufwand die damalige DDR betrieben hat, um seine Bürger zu „schützen“.

Am Vienenburger See fanden wir einen wirklich ruhigen Schlafplatz, und Goslar hatten wir nie so richtig auf dem Schirm. Umso beeindruckter waren wir von der Schönheit der Fachwerkhäuser und der imposanten Altstadt.

Da wir die letzte Zeit unserer diesjährigen Frühjahrsreise noch im Ruhrgebiet verbringen möchten, führt uns der Weg immer weiter in den Westen. Viel Sehenswertes gab es heute am Samstag nicht, so hatten wir den Übernachtungsplatz beim Freibad in Dassel zügig erreicht. Dassel liegt am Rande des Weserberglandes.

Auf dem Weg nach Westen kamen wir an den Externsteinen im Teutoburger Wald vorbei. Prinzipiell ist das eine hervorragende und schöne Wandergegend. Aber nicht an einem Sonntag in den Ferien. So geht es zum Ende der Woche zügig zu den Senner Pferden in der Moosheide im Kreis Gütersloh.

Woche 9 von Mo. 13.07.2020 bis So. 19.07.2020

Als letztes großes Highlight der Reise gönnen wir uns die „Route Industriekultur“ im Ruhrpot. Diese ca. 400 km lange Strecke erschließt das industriekulturelle Erbe des Ruhrgebiets. Heute haben wir den östlichsten Punkt des Rundkurses, den Maximilian Park in Hamm erreicht.

Eigentlich erhoffte ich mir etwas mehr Bergwerkstechnik. Leider wurde ich diesbezüglich etwas enttäuscht. Dennoch hat sich der Besuch der Parkanlage der schon 1943 geschlossenen Maximilianzeche gelohnt. 1982 wurde das Zechengelände für die erste Landesgartenschau in NRW zu einem der beliebtesten Freizeitparks gestaltet. Der gläserne Elefant und das Schmetterlingshaus zählen dort zu den sehenswerten Attraktionen.

Wir folgen der „Route Industriekultur“ weiter Richtung Westen. Und in der Kokerei Hansa in Dortmund kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Vor allem die Komperessorenhalle hat es mir angetan. Unmengen an Stahl, verrosteten Rohren und überdimensionale Maschinen luden zum Fotografieren ein. Heute streiften wir noch die Zeche Zollern und Erin sowie das Umspannwerk Recklinghausen. Bei der Zeche Ewald bzw. dem Landschaftspark Hohewart fanden wir den heutigen Übernachtungsplatz.

Für die schönste Zeche der Welt, der Zeche Zollverein ließen wir uns 1,5 Tage Zeit. Dieses Wunderwerk an Technik ist UNESCO-Weltkulturerbe. In drei Bereiche geteilt, bietet der Zollverein-Park eine außergewöhnliche Industriearchitektur. Der Bereich A zeigt den Schacht XII mit seinen Museen, Bereich B die Schachtanlage 1/2/8 und die für mich interessanteste Anlage, die Kokerei, findet man im Sektor C.

Bevor wir am Landschaftspark Duisburg-Nord ankamen, erklommen wir die Halde der Zeche Prosper in Bottrop und streiften den bekannten Gasometer in Oberhausen. Leider wird dieser z. Z. renoviert und ist deshalb komplett verhüllt. Dafür hatten wir vom Tetraeder, einem Kunstwerk auf der Halde in Bottrop, einen granitischen Blick über die nahegelegene Schwerindustrie. Die Möglichkeit das Hüttenwerk im Landschaftspark Duisburg-Nord auf eigene Faust zu erkunden begeisterte mich deutlich mehr, als auf der Zeche Zollverein. Noch nie war ich solcher Technik so nah. Als am Abend das ganze alte Metall auch noch in buntes Licht gehüllt wurde, stand meine Kamera nicht mehr still.

Das Gelände des Landschaftsparks ist dermaßen groß und spannend, dass man über Stunden herumspazieren kann, ohne Langeweile zu verspüren. Deshalb beschlossen wir hier noch einen weiteren Tag zu verweilen.

Am Sonntag Mittag ging es dann wieder weiter zur nächsten „Industrieattraktion“. Ich erhoffte mir den Abstich von flüssigem Stahl an einem Hochofen life zu sehen. Dies sollte, zumindest bei Nacht, vom Alsumer Berg zu sehen sein. Entweder war es tatsächlich zu hell oder ich verpasste den richtigen Zeitpunkt. Außer einer Gasfackel gab es keinen weiteren Feuerschein zu sehen. Nach einem kurzen Besuch des Duisburgers Innenhafens suchten wir uns direkt am Rhein einen Übernachtungsplatz.

Woche 10 von Mo. 20.07.2020 bis So. 26.07.2020

Mo. 20.07.2020

Heute wollte ich Achterbahn fahren, bzw. gehen. Immer noch in Duisburg, befindet sich auf der Heinrich Hildebrand Höhe eine Großskulptur in Form einer Achterbahn. Diese ist allerdings nicht wie auf einem Jahrmarkt in rasender Geschwindigkeit zu bewältigen, sondern langsam zu Fuß. Deshalb auch der Name „Tiger & Turtle. Leider war die Bahn geschlossen. Wegen Corona? Übrigens ist unter der Halde in Folie verpackt der hochgradig verseuchte Boden einer insolventen Zinkhütte vergraben. Das soll sich mal ein Kleinunternehmer erlauben.

Di. 21.07.2020

Knapp 30 km waren es noch bis Neuss. Dort fanden wir an der zwischenzeitlich für immer geschlossenen Pferderennbahn einen passenden Womo-Stellplatz. Beim Durchfahren von Düsseldorf staunten wir über das Flair dieser Stadt und beschlossen, diese einmal separat zu besuchen. Als nächste große Stadt ist Köln angesagt.

Mi. 22 07.2020

Köln ist wirklich eine tolle Stadt. In ihr pulsierte das Leben, trotz Corona. Als Hobbyfotograf interessierte mich eine ganz besondere Attraktion, die Liebesschlösser der Hohenzollern-Brücke. Dort haben tausende von verliebten Paaren ein mit ihrem Namen versehenes Vorhängeschloss am Geländer angebracht und den Schlüssel im Rhein versenkt – auf dass die Liebe ewig halte. Das klassische Nachtfoto „Hohenzollern-Brücke mit Dom“ rundete diesen tollen Tag perfekt ab.

Do. 23. 07.2020

Nach über einer Woche Ruhrgebiet und Großstädte erfreuten wir uns wieder an dem weiten Blick und der grünen Farbe der Natur. Wir sind in der Eifel angekommen. In der Nähe von Bad Münstereifel besuchten wir in Effelsberg eines der weltweit größten und leistungsfähigsten Radioteleskope der Welt. Dieses Teleskop mit einem Durchmesser von 100 m dient der wissenschaftlichen Erforschung des Weltalls.

Fr. 24.07.2020

So langsam schließt sich der Kreis. Schon wie vor ziemlich genau zwei Monaten stehen wir wieder am Rhein. Dieses Mal bei Andernach. Den weltweit größten Kaltwasser-Geysir haben wir ausgelassen. Zu Fuß ist es anscheinend nicht möglich und mit dem Boot wollten wir ihn nicht besichtigen – vielleicht ein anderes Mal.

Sa. 25.07.2020

Immer weiter Richtung Heimat. Zwei Tage noch, dann sind wir wieder Zuhause. Die Strecke verlief heute am Samstag entlang des Rheins, bis nach Bingen. Wir hatten vor, dort zu übernachten. Allerdings war uns überall zu viel los. Die Gegend ist schön aber viel zu voll. Wir fuhren bis nach Ober-Hilbersheim und verbrachten eine ruhige Nacht.

So. 26.07.2020

Unsere letzte Station heißt Karlsruhe-Maxau. Hier haben wir schon einmal den letzten Abend einer Reise verbracht. Wieder direkt am Rhein und mit genialem Boots-Restaurant beenden wir hier unsere „Corona“-Frühjahrsreise nach etwas mehr als 9 Wochen.

5 thoughts on “8 Wochen Deutschland Dank Corona”

  1. Lieber Peter ! Ich liebe es deine Reisetagebücher zu lesen und die tollen Fotos zu anzuschauen ! Vielen Dank. Liebe Grüße Claudia ( Jens & Claudia von der marokkoreise )

    1. Ja hallo liebe Claudia,
      das freut mich sehr von dir zu hören! Ich hoffe euch geht es gut.
      Ich, bzw. wir sind oft auf Reisen. Wie du ja noch sicherlich weißt, ist das voll mein Ding.
      Euch beiden alles Gute und liebe Grüße,
      Peter

      P.S.
      Kannst dich gerne auch über meine eMail-Adresse melden.

      1. Hallo Peter ! Wie nett dass du antwortest ! Wir sind, zumindest das was wir sehen und wissen, begeistert von deinem Sprinter ! Können wir den mal anschauen , kannst du uns nochmal ein paar Bilder auch von innen schicken ?
        Claudia

        1. Hi Claudia,

          gerne könnt ihr den Sprinter anschauen. Kommt her, wir sind gerade noch in Brandenburg. Wir würden uns freuen! Ansonsten gibt’s Fotos auf Instagram unter „womoabenteuer“.

          LG Peter

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