Albanien – Die Adria

 

Auf der nördlichen Seite des Llogara-Passes sind wir an der Adria angekommen. Wie behauptet ist dort die Temperatur geringer als südlich davon. Auch ist der Himmel bedeckt und das Wasser nicht mehr so blau. Dafür sind die Strände feinsandig und die Gegend deutlich interessanter. Durch die vielen Lagunen und Flachwasserzonen gibt es viel zu entdecken. Der Tourismus spielt hier eine deutlich untergeordnetere Ordnung als an der Riviera.

In Vlore lernen wir ein ganz anderes Albanien kennen. Die Stadt mit seinen 130.000 Einwohnern wirkt sauber, jung und ist italienisch geprägt. Es dominieren nun die etwas anderen Mercedes-Modelle, auch die mit der Bezeichnung AMG oder deren deutschen Konkurrenz. Die Menschen sind modern gekleidet und scheinen deutlich weniger finanzielle Probleme zu haben als ihre Landsleute in Hinterland.

Unweit von Vlore entdecken wir im Umfeld von Fier ein Gebiet mit mehreren hundert Öltanks. Beim Erkunden erfuhren wir von einem Security-Mann, der flugs bei der Stelle war, dass es sich dabei um die Förderung von Erdöl handelt. Bei näherer Betrachtung sah man die relativ kleinen Pumpen, die das Öl an die Oberfläche bringen. Erdöl ist neben Asphalt eine lukrative Einnahme für das Land. Neben Fier gibt es in noch im ca. 50 km entfernten Ballsh ein größeres Erdölvorkommen. Dort sollen auch noch einige alte, stillgelegte Erdölpumpen aus dem Sozialismus zu sehen sein. Auch wird dort in einer 1978 errichteten Raffinerie mit wenig effizienter Technologie Benzin und Diesel für den heimischen Markt produziert.

Wir „arbeiten“ uns von Strand zu Strand Richtung Norden, genießen deren Einsamkeit und helfen einem Fischer sein Netz ein zu holen.

Durres, die zweitgrößte Stadt nach Tirana umfahren wir auf einer der wenigen Autobahnen. Ein Abstecher zum ca. 50 km entfernten, mittelalterlichen Kruja ist geplant. Eine Pflichtbesichtigung steht im Reiseführer. Vor allem reizt uns dort das seit den 60er-Jahren aufwendige restaurierte Bazar-Viertel. Lassen wir uns überraschen.

Na ja, ob die Aussage „wer Kruja nicht kennt, kennt Albanien nicht“ stimmt oder nicht, soll jeder für sich entscheiden. Wir stecken es auf alle Fälle in die Kategorie „Einmal gesehen reicht“. Letztendlich sah der Bazar nicht viel anders aus als z. B. der in Mostar. Die meisten Souvenirs werden wohl in China produziert und können durch wechseln der Länderflaggen auf der ganzen Welt verkauft werden. Peshkopia mit seinen kleinen Handwerksbetrieben erschien uns deutlich authentischer. Nach etwa zwei Stunden ging‘s wieder zurück zur Küste.

Das Kap Rodon mit seiner Skanderberg-Festung, der schmucken Kirche St. Antonius aus dem 12. Jhd. und dem Bunker-Beach entsprach dann deutlich mehr unseren Vorstellungen.

Die Großbunker bei Tale zogen mich ebenfalls an ……

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