Albanien – Kurioses

 

Die Begeisterung der Albaner für Deutschland ist allgegenwärtig und begegnet uns immer wieder. Viele, zumindest die Jüngeren, träumen davon, einmal in Deutschland zu arbeiten. Sie denken, dort sei das große Geld zu verdienen. Einige wagten sogar schon einmal diesen Schritt, meist allerdings auf Asyl oder illegal.

Der eine oder andere spricht deutsch und freut sich auf etwas Konversation mit uns. Kinder werden, sofern man es sich leisten kann, auf Privatschulen geschickt, um deutsch zu lernen. Man spart, um sich eine OP, die nur in Deutschland gemacht werden kann, leisten zu können.

Vor allem zeigt sich die Begeisterung aber an der deutschen Wertarbeit. Egal ob als Motorsäge von Stihl oder am alten, in Deutschland längst ausgedienten LKW-Aufbau.

Der Gipfel ist aber die Liebe zum Mercedes. Überall im Land sind verschiedenste Exemplare des Sterns zu sehen. Weniger sind es die neuen, sondern eher die richtig alten „Rentnermodelle“. Andere Marken sind in der Minderheit. Woher das kommt weiß man schnell, wenn man Albaniens Straßen kennt. Wohl kein anderes Fabrikat als der alte Mercedes hält den Belastungen von Schotter, Schlaglöchern, Geröll und altem Römerpflaster stand. Jeder Mechaniker kennt diese Autos in- und auswendig und gebrauchte Teile gibt es zuhauf. Die vielen ausgeschlachteten Wracks, oft noch am Straßenrand stehend, bestätigen das Sprichwort „In Albanien stirbt der Mercedes“.

Einer Initiative des damaligen Bürgermeisters von Tirana und heutigem Ministerpräsidenten von Albanien ist es zu verdanken, dass die oft tristen Städte aufgehübscht wurden. Meist im sozialistischen Grau erschienen sie wenig attraktiv. Mit EU-Geldern wurden in Tirana Häuser knall-bunt gestrichen. Ehemals nur für diese Stadt geplant, sieht man sie heute weit verbreitet.

Zuerst dachten wir, es seien Vogelscheuchen. Nein, diese Puppen, Figuren oder Kuscheltiere, die man oft am Hauseingang oder Gartenzaun sieht, dienen nicht der Vertreibung von Getier sondern von bösen Geistern.

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