Den Grundstein legen

 

Das Leben verläuft selten geradlinig, aber es ist erstaunlich, wie viele Dinge oft bereits ganz früh angelegt sind, um dann Jahre oder Jahrzehnte später erst richtig zur Geltung zu kommen…

So beginnt auch Peter Gebhard (www.peter-gebhard.de) den Einstieg in seine Biografie. Ihn habe ich bei seinem Vortrag „Das große Bulli-Abenteuer“ in Wiesensteig kennen gelernt. Dieses Abenteuer beschrieb genau das, von dem auch ich schon mein halbes Leben träume.

Wie bei ihm, waren es auch bei mir ein paar Gegebenheiten, die den Grundstein für das was erst Jahrzehnte später geschehen sollte, legte:

Schon als Kinder fuhren meine Schwester und ich jedes Jahr im Sommer mit den Eltern nach Lido di Jesolo zum Campen. Ich erinnere mich noch ganz genau an die abenteuerlichen Fahrten im VW-Käfer. Jede Lücke wurde mit irgendwelchen wichtigen Utensilien ausgestopft. Das Zelt, die Stühle, der Tisch und die Kühlbox waren auf dem Dach verstaut. Mit vier Personen war das vermutlich knapp an der Grenze des Erlaubten. Ganz besonders spannend waren für mich die Fahrten über die Alpen auf den längst nicht so gut ausgebauten Straßen, wie man sie heute vorfindet. Mir sind geschotterte Straßen, steile Berge und rauchende Kühler (bei den anderen) in Erinnerung. Am Meer verbrachten wir meist drei herrliche Wochen im Zelt bis es dann wieder auf die traurige Heimreise ging. Dieses über viele Jahre in meiner Kindheit stattfindende Prozedere legte für mich den Grundstein für Freiheit und Abenteuer.

Was meine Zukunft betraf, gab es bei mir, aber vor allem bei meinem Vater keine Zweifel, dass ich irgendwann den väterlichen Betrieb übernehmen werde. Die Lehre und auch die Meisterschule wurden darauf ausgerichtet. Doch eines Tages erzählte mein Vater, dass der Sohn eines befreundeten Unternehmers sich dagegen entschieden hätte, die Firma seines Vaters zu übernehmen. Und plötzlich entwickelte sich bei mir eine Perspektive, an die ich niemals zu glauben wagte. Für mich war seit her klar, dass auch ich NICHT in die Fußstapfen meines Vaters treten werde. Ich begann meinem Lebensweg eine eigene Richtung zu geben. Auch im weiteren Berufsleben ließ ich mich nie in irgendwelche Systeme pressen, machte keine der üblichen Teamfindungen mit und und gründete bald meine eigene nebenberufliche Firma.

Ein weiteres prägendes Ereignis war, dass ein befreundetes Ehepaar meiner Eltern schon deutlich vor 60 den Entschluss fasste, ihre Jobs zu kündigen, das Haus in eine kleine Wohnung und ein Wohnmobil zu tauschen um die Welt zu bereisen. Diese Idee fand ich so genial, dass ich beschloss, dies ebenfalls so zu machen. Zumindest war mir klar, dass ich so bald als möglich aus dem normalen Alltagstrott aussteigen und auf Reisen gehen werde.

Die nebenberufliche Tätigkeit als Hundetrainer entwickelte sich über knapp 20 Jahre zu einem sehr gut aufgestellten, professionellen Hundezentrum mit diversen Dienstleistungen für Hund und Halter. 15 Jahre davon ernährte diese Unternehmen unsere ganze Familie. Dafür gaben meine Frau Martina und ich jeweils einen guten Job in der Industrie auf. Wir handelten in dieser Zeit zwar immer im Interesse unserer Kunden, aber niemals fremdbestimmt, denn wir waren unsere eigenen Chefs. Allerdings kam in dieser Zeit das Reisen mehr als zu kurz. Das musste sich ändern.

Wir haben nun ein ähnliches Alter wie damals die Bekannten meiner Eltern. Das Wohnmobil steht schon seit mehreren Jahren reisebereit in der Garage und das Hundezentrum haben wir mittlerweile in ein kleines Häuschen „getauscht“. Nun sind alle Weichen für die vielen Reisen gestellt. Beginnen werden wir mit einem 5-wöchigen Trip durch Spanien, von dem wir euch berichten werden.

Was ich aber mit diesen Zeilen sagen wollte: Nehmt euer Leben so bald als möglich selbst in die Hand, lasst euch nicht durch eine Person oder ein System fremd bestimmen. Packt es an und stellt eure Weichen. Träumt nicht euer Leben sondern lebt euren Traum!

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