HDR meets lost places

Hier noch ein kleiner Nachtrag zu unserem Sardinien-Urlaub. Dieser stand bei mir unter dem Motto „lost places Fotografie“. Als fast Fotoanfänger kannte ich diese Art der Fotografie eigentlich noch gar nicht. Insgeheim begeisterten mich aber schon immer verlassene Orte. So auch im letzten Spanien-Urlaub, als wir mehr oder weniger beim Offroaden auf ein verlassenes Gebäude stießen und ich dieses in diversen Details fotografierte. Zuhause beim Betrachten der Bilder meinte unser Sohn Kai „ah, lost places Fotografie. Zunächst mal fing ich mit diesem Begriff überhaupt nichts an, wunderte mich aber, woher Kai das wusste. Neugierig geworden stöberte ich im Internet und stellte fest, dass es dazu eine richtige Szene gab. Die vielen tolle Bilder begeisterten mich so, dass ich mir gleich die eine oder andere Literatur besorgte.

Parallel stieß ich auf eine weitere interessante Art der Fotografie und zwar der HDR-Fotografie. Auf diese Art und Weise verlassene Orte zu fotografieren war für mich der absolute Knaller. Genau genommen besteht ein HDR (High Dynamic Range)-Bild aus der Aufnahme und einer speziellen nachträglichen Bearbeitung. Aufgenommen werden mehrere Bilder in verschiedenen Belichtungsstufen. Ich selbst benutzte dafür die automatische Belichtungsreihe meiner Kamera (Panasonic TZ101 Kompaktkamera). Diese Reihe besteht einfach ausgedrückt z. B. ausgehend von einem richtig belichteten Bild, aus zwei unter- und zwei überbelichteten Bildern. Diese fünf Aufnahmen bilden so einen deutlich höheren Belichtungsumfang als nur ein normal belichtetes Bild ab und werden schlussendlich in einem Bearbeitungsprogramm wieder zu einem Bild vereint. Ich überließ diese Aufgabe meinem Affinity-Foto-Programm. Was dabei heraus kommt, ist ein Bild mit deutlich erhöhtem Dynamikumfang (High Dynamic Range).

Es stellte sich nun die Frage, wo gibt es auf Sardinien fotogene verlassene Orte, also lost places? Auch dazu wurde ich im Internet fündig. Ich suchte mir für etwa 100(!) Orte die Koordinaten zusammen und erstellte mir, ähnlich wie bei den Wohnmobil-Stellplätze (hier im Blog beschrieben), eine gpx-Datei. Diese Datei kam in’s Navi (OSMand) und stellte die lost places als POIs dar. So war es ein Einfaches, diese Orte zu finden, bzw. anzunavigieren.

Schon ganz in der Nähe des Fährhafens Golfo Aranci befanden sich zwei tolle Objekte. Ein alter Kalkofen und ein verlassener Leuchtturm. Weiter ging es mit einer Militärstation, einer Ölmühle und jeder Menge Überbleibsel aus der Blütezeit des Erzabbaus. Die meisten Objekte waren öffentlich zugänglich und einige waren eingezäunt. Die vielen Löcher im Zaun deuteten aber auf ein reges Betreten hin. Manche waren aber total verschlossen.

Alles in allem waren es in etwa 25 lost places in denen ich ca. 3300 Einzelaufnahmen machte und daraus Zuhause in wochenlanger Arbeit 670(!) HDR-Bilder „entwickelte“. Daraus möchte ich hier die 55 beeindruckendsten Ergebnisse zeigen:

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