Marokko – Woche drei

Mo. 15.04.2019: Nachdem wir am Vormittag noch die beiden Klassen der Dorfschule besucht hatten, machten wir uns auf zu unserem nächsten Ziel. Foum Zguid lag ungefähr 300 Kilometer entfernt. Die Strecke führte uns auf gut ausgebauter aber staubiger Straße durch das steinige Randgebiet der Sahara. Innerhalb kürzester Zeit kletterte das Thermometer auf über 30°C. So waren wir froh, den mit Palmen gesäumten Campingplatz in Foum Zguid am frühen Nachmittag erreicht zu haben.

Di. 16.04.2019: Nach den ereignisreichen Tagen genossen wir die Ruhe unter den Palmen. Ich nutzte die Zeit um meine Bilder und den Text für den Blog vorzubereiten und online zu stellen. Anlässlich der Halbzeit unserer Marokko-Reise veranstalteten wir am Abend einen opulenten Grillabend mit diversen Fleischsorten und selbst gemachten Salaten.

Mi. 17.04.2019: Wer sich für die Herstellung bzw. den Kauf von Berberteppichen interessiert, kam heute voll auf seine Kosten. Über sanfte Hügel führte uns der heutige Weg zunächst nach Taznakht. Die Stadt für marokkanische Berberteppiche überhaupt. Dort bildeten sich mehrere Kooperativen in denen Teppiche hergestellt und verkauft werden. Die Herstellung übernehmen die Frauen innerhalb der angeschlossenen Familie und der Verkauf die Kooperative.

Unser heutiges Ziel war die Stadt Ait Benhaddou am Fuße des Hohen Atlas. Da die Stadt von Marrakesch aus in etwa zwei Stunden zu erreichen ist, wimmelt es dort nur so von Tagestouristen. Vor allem die Asiaten besichtigen dort die zum UNESCO Weltkulturerbe zählenden Kasbahs, die ursprünglichen Lehmburgen. Diese auch jetzt noch bewohnten Behausungen dienten schon seit den 1960ern für über 20 bekannte Kinofilme als Kulisse. Diese waren z. B. James Bond – Der Hauch des Todes, Gladiator oder aber auch Game of Thrones uvm.

Do. 18.04.2019: Auf dem Weg in die Dades-Schlucht folgen wir der Straße der Kasbahs. Zufällig entdeckte ich rechts der Strecke eine Tankstelle wie aus einem alten Film. Ich wendete und begutachtete das gute Stück. Ein junger Marokkaner, der dort offensichtlich nach dem Rechten schaut, erklärt mir auf Englisch, dass dies die Tankstelle „Gas Haven“ sei. Im Internet las ich, dass es sich dabei um eine Requisite aus dem Horrorfilm „The Hills Have Eyes“ handelt.

In der Dades-Schlucht angekommen, unternehmen wir gemeinsam einen kleinen Spaziergang und bestaunen die eigentümlich aussehenden Felsformationen.

Fr. 19.04.2019: Schon um 6:45 Uhr machte ich mich heute auf den Weg. Ich wollte mal wieder etwas Schotter unter den Reifen spüren. Unser heutiges Ziel war ein Campingplatz am Eingang zur Todra-Schlucht. Als Alternative zur asphaltierten Straße bevorzugte ich die deutlich längere Piste durch die Berge. Mich reizte zum einen der Untergrund und zum anderen die Höhe. Der Weg führte auf knapp 2900 m von wo ich das atemberaubende Panorama des Atlasgebirges genießen konnte. Nach ca. 200 km und sieben Stunden Fahrt kam ich am Campingplatz in Toudgha El Oulia an.

Sa. 20.04.2019: Einen weiteren Tag verbrachten wir auf diesem mit Palmen und Grün verwöhnten Campingplatz direkt am kleinen Fluss. Dass es am Vormittag regnete, kam mir gerade recht, da ich mit der Bearbeitung meiner Fotos und dem Schreiben des Reisetagebuchs in Verzug war.

Pünktlich zum Ausflug erschien dann auch wieder die Sonne, so dass wir die Schlucht mit ihren 300m hohen Felswänden doch noch trocken erkunden konnten.

So. 21.04.2019: Heute war wieder eine größere Strecke angesagt. Insgesamt waren 200 km zu bewältigen. In der Nähe von Tinejdad erfuhren wir in einer Art Heimatmuseum wie die Berber der Gegend in der Vergangenheit gelebt. In Rissani deckte wir uns mit Lebensmitteln auf dem bisher ursprünglichsten Souk der Reise ein.

Unser eigentliches Ziel war aber die Wüste Erg Chebbi. Dort schlugen wir unser heutiges Lager in Merzouga auf und genossen den Sonnenuntergang mitten in den Dünen.

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