Marokko – Woche eins

Ich hatte vor, Marokko bei dieser Reise zusammen in einer Womo-Gruppe zu erkunden. Alle Teilnehmer lernten sich am Montag den 01.04.2019 bei der ersten Reisebesprechung auf einem Campingplatz Nähe Tarifa kennen. Tags darauf sollte die Fähre um 12 Uhr ab Algeciras den Kontinent Richtung Afrika verlassen.

Di. 02.04.2019: Voller Spannung erreichten wir mit zwei Stunden Verspätung den modernen Hafen von Tanger Med. Da wir nun in einem außereuropäischen Land und zudem auf einem anderen Kontinent waren, gestalteten sich die Einreise- und Zollformalitäten deutlich aufwendiger als ich es von anderen Reisen gewohnt war. Vor allem, dass ein Zollbeamte der ganzen Gruppe sämtliche Papiere abnahm und erst gute 20 Minuten später damit wieder zurück kam, war sehr gewöhnungsbedürftig. Allerdings wurden wir durch unsere Reiseleitung darauf bestens vorbereitet.

Mit eingewechselten marokkanischen Dirham und preisgünstigem Diesel erreichten wir über die bestens ausgebaute und mautpflichtige Autobahn Asilah, unser erstes richtiges Ziel in Marokko. Obwohl unsere Gruppe angekündigt war, gestaltete sich die Stellplatzsuche etwas schwierig. Dieser ist eigentlich nur der beidseitige Parkstreifen entlang der Straße am kleinen Fischerhafen. Nach längerem Umparken fanden auch unsere Fahrzeuge je eine Lücke auf dem mit Wohnmobilen total überfüllten Parkplatz. Mit einem gemeinsamen marokkanischen Essen beendeten wir diesen ersten Tag auf neuem Kontinent.

Mi. 03.04.2019: Auf dem weitläufig angelegten Campingplatz an der Lagune Moulay Bousselham fand jeder von uns genügend Fläche für sein Womo. Angesagt war für denjenigen, der Lust hatte: Fischessen, Bootsfahrt in die Lagune und nach dem anstrengenden Anreisetag endlich mal Chillen.

Do. 04.04.2019: Durch grüne Landwirtschaftsflächen fuhren wir bis nach Mohammedia. Um wieder ordentlich Strecke zumachen, nutzen wir erneut zum größten Teil die Autobahn für diese ca. 200 km lange Strecke Richtung Süden. Um noch etwas mehr von der Landschaft zu sehen, fuhren wir ab der Landeshauptstadt Rabatt die Landstraße entlang des Meeres. Vorbei an einem Königspalast und unzähligen Straßenständen, an den Obst und Gemüse aber auch Couscous mit saurer Milch oder Tajine, die Nationalgerichte, angeboten wurden.

Fr. 05.04.2019: Abrupt ca. 130 km vor Marrakesch wechselte die Landschaft von grün in rotbraun. Zentral aber etwas laut positionieren wir uns auf einem Parkplatz in der Nähe der Medina von Marrakesch, unserem Hauptziel für den heutigen Abend und den morgigen Tag. Wir ließen den Tag mit einem ersten Bummel über den berühmten und sehr lebhaften Platz Djemaa El Fna oder auch „Platz der Gehenkten“ ausklingen. Das leider bei Regen und kühlen Temperaturen. Kulinarisch verwöhnt wurden wir in einer der unzähligen Garküchen auf dem Platz.

Sa. 06.04.2019: Mit Hilfe eines deutschsprachigen Führers erkundeten wir in der heimlichen Hauptstadt Marokkos vor allem die labyrinthartigen Gassen des Souk (Handwerkermarkt) in der Medina. Beeindruckend mit welch einfachen Mitteln dort kunstvolle Handwerksarbeiten erstellt werden. In verschiedene Viertel getrennt, werden dort Leder- und Schmiedewaren, Tücher, Schuhe, Teppiche, Keramik, Körbe uvm. angeboten. Nicht nur um einen guten Preis zu erlangen, gehört das Verhandeln zum guten Ton. Am Abend und endlich bei besserem Wetter genossen wir nochmals das bunte Treiben der Gaukler, Schlangenbeschwörer und Musiker.

So. 07.04.2019: Auf dem etwa dreistündigen Weg nach Essaouira Richtung Atlantik sehe ich plötzlich mehrere Ziegen in einem Baum sitzen. Alternativ zum spärlichen Bewuchs am Boden finden sie dort oben saftige Blätter der bekannten Arganbäume. So aber nicht an dieser Stelle. Man sagt, dass dort die Ziegen auf den Bäumen angebunden und ruhig gestellt sind, um so als Fotomotiv für Touristen zu dienen. Mit auffordernden Gesten wird man geradezu gedrängt anzuhalten um Fotos zu machen. Kann man diesem nicht widerstehen, wird man sofort um ein paar Dirhams angebettelt. Dieses „Dirham für Foto“ ist weit verbreitet und trifft man vor allem in den touristischen Hochburgen wie dem Gauklerplatz in Marrakesch. Haben bei dieser „Geschäftsidee“ Tiere darunter zu leiden, sollte dem Drängeln mit einem deutlichen NEIN Einhalt geboten werden.

In Essaouira selbst kauften wir direkt am Hafen fangfrischen Fisch für die ganze Gruppe, welchen wir in einem Lokal in der Altstadt vor unseren Augen zubereiten ließen. Zumindest an den Essgewohnheiten kann man uns zwischenzeitlich kaum mehr von den Marokkanern unterscheiden. Auch wir essen zwischenzeitlich mit den Händen. Wohlgemerkt mit der „reinen“ rechten Hand.

Einen Stellplatz für die nächsten zwei Tage fanden wir auf einem Campingplatz in Sidi Kaouki unweit des ziemlich tosenden Atlantiks.

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