Marokko – Woche vier

Mo. 22.04.2019: Die vierte und letzte Woche starteten wir mit einer Umrundung der Erg Chebbi. Zwei Einheimische zeigten uns mit ihren Geländewagen ein paar „geheime“ Stellen. Sie fuhren mit uns zu urzeitlichen Versteinerungen und zeigten uns wo man Mineralien in der Wüste finden kann. Bei verschiedenen Nomadenfamilien genossen wir den süßen Pfefferminztee und verspeisten Berberpizza. Wir bestaunten Musikanten und Flamingos an einem See in der Wüste.

Zum Ausklang des Tages ließen wir uns am Abend mit Dromedaren zum Sonnenuntergang in der Wüste bringen.

Di. 23.04.2019: Die 90 Kilometer von der Erg Chebbi bis zu den Blauen Quellen von Meski waren im Vergleich zu den anderen Strecken geradezu ein Spaziergang. Wir durchfahren das weltweit größte Abbaugebiet für Fossilien. Wie man aus diesem besonderen Gestein Waschbecken, Skulpturen oder Tische zaubert, erfahren wir in einer Manufaktur in Erfoud. Mit Blick auf die Unmassen an Dattelpalmen des Ziz-Tals erreichen wir den ebenfalls in einer Palmenoase idyllisch gelegenen Campingplatz in Meski. Wenn dort die Geschäftstüchtigkeit der ansässigen Händler in die Pflege der sanitären Einrichtungen investiert werden würde, hätten die Platzbesucher sicherlich mehr davon.

Mit einem regional zubereiteten Essen und einer genialen Musikdarbietung beendeten wir den heutigen Tag.

Mi. 24.04.2019: Dieser Tag stand wieder mal unter dem Motto „Nichtstun“. Bis auf die kleine Wanderung zu den Ruinen des alten Dorfes stand nichts auf dem Programm. So ein Entspannungstag unter Palmen tut auch mal gut.

Do. 25.04.2019: Vorgestern noch in den Sanddünen und heute Blick auf schneebedeckte Berge. Aus Palmen wurden Zedern. Etwas mehr als 200 km liegen wieder hinter uns. So langsam geht die Reise zu Ende und mit jedem Kilometer nähern wir uns Europa. Die heutige Nacht scheint kalt zu werden, denn wir verbringen sie an einem Kratersee auf über 2000 m Höhe.

Fr. 26.04.2019: Die Befürchtung hat sich bewahrheitet. Heute Morgen hatte ich Reif auf der Motorhaube und die Nacht war eisig kalt. Ich nutzte die frühe Stunde, umrundete den See und genoss die Stille. Die heutige Strecke von ca. 50 km war mit einer Pause bei den Berberaffen schnell erledigt. In Azrou bezogen wir den Campingplatz eines Schaichs.

Sa. 27.04.2019: Von Azrou ging es nach Fes. Ich hatte schon viel über diese besondere Stadt gehört. Umso gespannter war ich darauf die Königsstadt Fes persönlich zu erleben. Fatima begleitete uns durch die engen Gassen der Medina. Ohne eine ortskundige Person ist es äußerst schwer, sich in den tausenden kleinen Gassen zurecht zu finden. Vor allem zeigte sie uns die verschiedenen Handwerker, die tatsächlich noch wie im Mittelalter ihre Gewerke herstellen. Es wurden Garne aus Agavenfäden hergestellt. Daraus Stoffe gewoben und mit Naturfarben gefärbt. In keinem Falle tauschen wollte ich mit den Gerbern, die in einem separaten Viertel ihre Arbeit verrichteten. Um unsere verwöhnten Nasen nicht allzu arg zu belasten, bekamen wir frisches Pfefferminzkraut um den doch sehr gewöhnungsbedürftigen Geruch zu überdecken.

Da es in Fes mit dem Womo schlecht zu übernachten ist, fuhren wir am späten Nachmittag schon nach Meknes, unserem nächsten Ziel.

So. 28.04.2019: Beim morgendlichen Bummel durch die deutlich weniger überlaufene Stadt Meknes, entdeckten wir das Mausoleum Moulay Ismaels und das bekannte Tor Bab Mansour. Aber auch hier zog es uns wieder ins Getümmel der Medina.

Mo. 29.04.2019: Chefchaouen die „Blaue Stadt“ liegt im berüchtigten Rif-Gebirge. Es ging durch eine schon deutlich europäisch anmutende Landschaft. Entlang von grünen Wiesen, Olivenhainen und Orangenbäumen. Um die Mittagszeit hatte ich den Ort erreicht. Schon im ersten Stau fragte mich ein Marokkaner durchs offene Fenster ob ich was zu Rauchen möchte. Da ich Nichtraucher bin, verneinte ich. Auf dem nachmittäglichen Spaziergang ins Dorf erklärte mir ein junger Mann: I am a farmer in the mountain. Do you want something to smoke? Langsam dämmerte es mir, man bot mir Haschisch zum Rauchen an. Das Rif-Gebirge scheint eine Hochburg in der Produktion von Haschisch zu sein. Dass das Auswärtige Amt deshalb schon seit Jahren vor diesem Gebiet warnt, scheint mir doch etwas übertrieben zu sein. Ein freundliches NEIN reicht und man lässt eine in Ruhe. Ansonsten ist Chefchaouen mit seinen blau gestrichenen Häusern ein äußerst charmantes Städtchen. Für meinen Geschmack das schönste – nicht aber das interessanteste unserer Marokkoreise.

Die. 30.04.2019: Ja, heute ging es leider schon wieder zurück nach Europa. Die Grenz- und Zollformalitäten sind zwar aufwendig waren zügig erledigt. So betraten wir um 17 Uhr wieder heimischen Boden.

Fazit: Marokko ist auf alle Fälle eine Reise wert! Die anfänglichen Bedenken und Ängste haben sich nicht bestätigt. Wir wurden weder krank noch ausgeraubt. Wir fühlten uns in jeder Situation sicher. Marokko ist vielfältig und abwechslungsreich. Wir sahen den Atlantik und genossen dort den schmackhaften Fisch. Die Schlangenbeschwörer und Gaukler beeindruckten in Marrakesch. Wir übernachteten in traumhaften Palmenoasen und ritten auf Dromedaren durch die Wüste. Selbst riesige schneebedeckte Berge gibt es hier. Das einzige was ich wirklich störend fand, war das teils aufdringliche Betteln und ständige Anpreisen von irgendwelchen Waren.

Wer sich Marokko alleine nicht zutraut, kann, so wie auch ich, in einer geführten Gruppe reisen. Für die wunderschöne Zeit danke ich Eva, Christian und Joscha von Maroccaravan. Ihr habt mir nicht nur die schönen Seiten von Marokko gezeigt. Ihr habt mich so weit gestärkt und mir das notwendige Vertrauen für dieses wunderbare Land gegeben. Marokko ich komme wieder!

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