Normandie Herbst 2019

Dieses Reisetagebuch wird fortlaufend ergänzt.

 

06.09.2019

Gestern sind wir gegen 17:30 Uhr mit Kilometerstand 38685 abgefahren. Ziel unserer diesjährigen Herbstreise ist die Normandie und die Bretagne in Frankreich. Schön soll es dort sein, allerdings windiger und deutlich kühler als im sonst angestrebten Süden.

Etwas wehmütig bin ich schon, denn es geht seit längerer Zeit nicht mit dem Landy auf Tour, sondern mit unserem „neuen“ 4×4 Sprinter. Ich vermisse das Gewohnte.

Unsere erste Nacht verbrachten wir auf einem Stellplatz bei einem „Erlebnisbergwerk“ im Saarland. Weiter ging es dann heute in das Umfeld von Verdun. Diese Gegend ist bekannt durch die Gräueltaten im ersten Weltkrieg. 700 Tausend! Soldaten sind dort bei einer 300 Tage dauernden Schlacht getötet oder verletzt worden. Tief betroffen haben wir uns ein paar der Orte angeschaut. Für die Nacht fanden wir ein ruhiges Plätzchen mitten in Verdun.

08.09.2019

Die Normandie erreichten wir bei Dünkirchen (Dunkirk) ganz in der Nähe der belgischen Grenze. Um erst mal zu entspannen, verbrachten wir hier zwei chillige Tage bei ständig wechselndem Wetter. Ganz besonders beeindruckte uns, wie freizügig man hier mit Wohnmobilisten umgeht. In der ganzen Gegend stehen auf ganz normalen Parkplätzen Womos zum Nächtigen und keinen interessiert es. Ganz anders als z. B. in Slowenien oder Österreich, wo fast jeder Parkplatz durch Schilder für Womos gesperrt ist.

10.09.2019

Unser Weg führt uns entlang der Küste über Calais weiter Richtung Westen. Vom Cap-Blanc-Nez und Cap-Gris-Nez hatten wir bei klarem Wetter einen hervorragenden Blick über den Ärmelkanal auf die weißen Klippen der englischen Küste. Kaum zu glauben, dass durch diese Meerenge ein fünftel der Weltschifffahrt verkehrt.

Wir genießen die weiten Strände von Audresselles und Wimereux die bei Ebbe noch beeindruckender erscheinen. In dem weniger reizvollen Örtchen Stella-Plage finden wir einen ruhigen Stellplatz direkt hinter den Dünen und einen schmackhaften Fisch zum Abendbrot.

Die Bucht, bzw. Mündung der Somme zählt zu den Grand Site de France. Nur wenige Meter neben unserem Nachtlager haben wir die Möglichkeit frei lebende Seehunde zu beobachten.

13.09.2019

Der im Jahre 1898 angelegte und 12 ha große englische Landschaftsgaten „Parc Floral du Bois des Moutiers“ hat es uns angetan. Wir genießen dessen Pracht und beschließen noch einmal im Monat Juni zur Blütezeit wieder zu kommen.

Schon seit einigen Kilometern geht es entlang der Alabasterküste. Im Örtchen Sotteville-sur-Mer haben wir die Möglichkeit, die imposanten Klippen im abendlichen Sonnenlicht zu bestaunen. Am nächsten Morgen und nur wenige Kilometer weiter treffen wir auf das bezaubernde Örtchen Veules-les-Roses. Kurz vor Fécamp, unserem heutigen Übernachtungsort, statten wir dem „Chateau de Sissi“ einen kurzen Besuch ab. In diesem Nobelhotel weilte einst schon Kaiserin Sissi. Vermutlich zu ähnlich horrenden Preisen wie noch heute.

16.09.2019

Bei schönstem Sonnenschein und milden Temperaturen erkunden wir die Klippen von Etretat. Hier hat die Brandung, vor allem bei Flut, riesige Tore ins Gestein gegraben. Der Weg führt uns von oberhalb der Felsen bis hinab in die Stadt. Hungrig vom Spaziergang gönnen wir uns dort eine Spezialität der Normandie, Muscheln mit Pommes.

Über die mautpflichtige „Pont de Normandie“ gelangen wir ins eigentliche Zentrum der Normandie. Den abendlichen Blick auf dieses imposante Bauwerk genießen wir nur ein paar Meter abseits unseres heutigen Stellplatzes.

Vorbei geht es an den ganzen geschichtsträchtigen Stränden wie dem Juno-Beach, dem Gold-Beach oder dem Ohama-Beach. Hier landeten am sogenannten D-Day, dem 6. Juni 1944, die Alliierten um die deutschen Besatzer zurück zu drängen. Trotz sehr großer Verluste in den eigenen Reihen gelang dieses Vorhaben. Über die ganze Strecke entstanden Museen, Mahnmale und Infozentren zu diesem Thema. Teilweise hat das Ganze schon den Charakter eines Jahrmarktes.

19.09.2019

Mit dem Utha-Beach haben wir den am westlichsten gelegenen Landungsstrand passiert.

Heute wollen wir etwas weniger Strecke machen und besetzen in der Absicht, den Rest des Tages zu chillen, einen freien Stellplatz direkt am Meer.

Bevor wir das Cap Lévi erreichen, vertreten wir uns bei einem Spaziergang rund um die Festung bei Saint-Vaast-la-Hogue und in Barfleur die Beine. Fast ganz vom Meer umschlossen wiegt uns der pfeifende Wind am Cap in den Schlaf.

Nachdem wir in Cherbourg unsere Vorräte aufgefüllt haben, erkunden wir weiter auf der Route des Caps eine urwüchsige und wenig besiedelte Region der Normandie. Immer wieder stoppen wir die Fahrt und genießen den Blick auf das blaue Meer und die herbe, an Irland erinnernde Landschaft.

24.09.2019

Die Route des Caps führt uns vorbei am Belvedere du Thot, von dem wir einen grandiosen Blick auf eine unter Naturschutz stehende Dünenlandschaft haben.

Die weiten Strände zwischen Portbail und Granville sowie der prächtige Sonnenschein laden zu einem kühlen Bad im Atlantik ein. Doch leider ist das Meer in dieser Gegend bei Ebbe kaum zu erreichen. Das Meer weicht dann durch den hier üblichen extremen Tidenhub um mehrere hundert Meter zurück und gibt eine phantastische Landschaft frei.

So langsam endet der erste Abschnitt unserer Reise und somit das Gebiet der Normandie. Wir haben die Bucht des Mont-Saint-Michel erreicht.

25.09.2019

Der Mont-Saint-Michel. Das achte Weltwunder, Wunder des Abendlandes, ein Grand Site de France, UNESCO Weltkulturerbe und vor allem ein Ort voller Magie.

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