Reisetagebuch Spanien 2019

Dieses Tagebuch wird wöchentlich bis zum Ende der Reise ergänzt.

 1. Woche   

28.10.2019

Nach unserer gemeinsamen, 8-wöchigen Reise durch die Normandie und die Bretagne, habe ich heute Morgen Martina zum Bahnhof in Bordeaux gebracht. Von hier aus tritt sie ihre Heimreise mit der Bahn an. Ab jetzt bin ich auf unbestimmte Zeit alleine unterwegs. Mein erstes Ziel, ein Parkplatz südlich der Dune du Pilat, hatte ich zur Mittagszeit erreicht

29.10.2019

Heute bin ich ca. 200 km bis kurz nach der spanischen Grenze gefahren. Kleiner Stellplatz in den Ausläufern der Pyrenäen.

30.10.2019

Die Halbwüste Bardenas Reales habe ich einmal umrundet und dann oberhalb von Arguedas frei übernachtet.

31.10.2019

Nochmals andere Wege in den Bardenas Reales gefahren. Auf dem total überfüllten aber schön bunt beleuchteten Stellplatz in Arguedas übernachtet.

01.11.2019

Hoch oben bei der Kirche Sancho Abraca den Tag verbracht und übernachtet. Von hier aus hat man einen genialen Blick über das Land.

02. + 03.11.2019

In Zaragosa die Altstadt und das ehemalige Expo-Gelände besichtigt. Übernachtet auf dem Parkplatz des Expo-Geländes. Da Wochenende, war dieser so gut wie leer, was sich allerdings am Montag Morgen änderte.

2. Woche

Mo. 04.11.2019

In Belchite habe ich eine Führung in der Ruinenstadt mitgemacht. Belchite wurde 1937 im spanischen Bürgerkrieg vollkommen zerstört. Man hat beschlossen die Trümmer und Ruinen für die Nachwelt als Mahnmal stehen zu lassen.

Di. 05.11.2019

Eigentlich wollte ich nur ein kurzes Stück fahren und am Rio Ebro übernachten. Da es zwar wolkenlos aber sehr kühl und windig war, zog ich es vor, doch etwas weiter Richtung Meer zu fahren. Es wurden fast 150 km und ich landete auf einem Stellplatz an dem stillgelegten Bahnhof Prat de Comte.

Mi. 06.11.2019

Ohne große Umschweife ging es auf best ausgebauter Straße die restlichen knapp 80 km bis ans Meer am Ebrodelta. Es herrschte wunderschönes Wetter, bei allerdings kühlem Wind. Als Stellplatz für die Nacht fand ich einen menschenleeren Strand, westlich der Ebromündung. Diesen teilte ich mit einem weiteren Wohnmobil.

Do. 07.11.2019

Heute bin ich 70km weiter der Küste entlang, bis kurz hinter Peniscola gefahren. Direkt an der Küste fand ich einen der bisher genialsten Stellplätze. Aus dem Womo heraus hatte ich den schönsten Blick auf die Altstadt von Peniscola.

Fr. 08.11.2019

Kleine „Offroadtour“ durch die Sierra de Irta gemacht. Schön ist, dass man in Spanien noch offiziell Pisten befahren darf. Aus Ermangelung an idyllischen Stellplätzen an der Küste, drehte ich noch eine Runde durch den Parc Natural del Desert de les Palmes. Fand dort leider auch keine ansprechende Übernachtungsmöglichkeit und landete dann abends doch auf einem großen Stadtparkplatz im Einzugsgebiet von Castellon.

Sa.09.11.2019

Den Tag über verbrachte ich wieder abseits der Küste in den Bergen und die Nacht auf einem offiziellen Stellplatz in Ia Vall d‘Uixo.

So. 10.11.2019

Die engen und kurvenreichen Sträßchen haben es mir angetan. So steuerte ich heute den Parc Natura de la Serra an. Ganz entspannt wurde die Tour allerdings nicht. Zum einen war, vermutlich dem sonnigen Sonntag geschuldet, ganz Spanien auf den Beinen, bzw. mit den Fahrrädern unterwegs, zum anderen blies auf den Gipfeln ein teils heftiger Wind mit einer Temperatur von max. 10°. Eine ebenso frische Nacht hatte ich in Riba-Roja de Turia.

3. Woche

Mo. 11.11.2019

Die Großstadt Valencia brachte ich so schnell wie möglich hinter mich und steuerte einen total leeren Parkplatz im Parc Natural de l‘ Albufera direkt am Meer an. Dort genoss ich die Ruhe und die Sonne mit Temperaturen über 20°. Als Übernachtungsplatz wählte ich heute einen Parkplatz in El Palmar ca. 30 km südlich von Valencia.

Di. 12.11.2019

El Palmar, das stille kleine Örtchen verließ ich erst gegen 11 Uhr. Die dort herrschende Ruhe wollte ich noch etwas genießen. Folglich fuhr ich auch nur 35 km bis zu meinem nächsten Übernachtungsplatz. Vorbei ging es an der Stadt Cullera mit seinen Touristenburgen aber auch an den ersten Foliengewächshäusern und vielen Mandarinenplantagen. Schlussendlich landete ich bei bestem Wetter und warmen Temperaturen auf einem nicht bebauten Abschnitt direkt am Strand.

Mi. 13.11 2019

Ich wusste, dass es hier in der Gegend eine kleine Thermalquelle geben soll. Flux war diese am Handy ausgemacht und ins Navi eingespeichert. Dort angekommen sondierte ich die Lage und sprang anschließend ins 24° warme Nass. Auch als Übernachtungsstelle eignete sich dieser Ort hervorragend.

Do. 14.11.2019

Weiter ging es entlang der fast ausschließlich bebauten Küstenlinie über das Cap de San Antonio, mit seinem atemberaubenden Blick in den Hafen von Xabia / Javea, bis zum Cap de la Nao. Auf der Strecke entdeckte ich die zwischen hohen Felsen gelegene Bucht Playa de la Granadella. Einen ruhigen Schlaf fand ich schlussendlich bei der Cala Advocat.

Fr. 15.11.2019

Da ich meinen Wochenendeinkauf noch machen wollte, ging‘s schon früh los. Zu früh, die Zeit bis zur Öffnung eines bestens sortierten Mercadona verbrachte ich auf dessen Parkplatz. Die Erkundung der hier häufig anzutreffenden Kaps wollte ich heute fortsetzen. Allerdings nicht mit dem Sprinter sondern zu Fuß. Auf einer ehemaligen aber jetzt gesperrten Straße, führte mich der Weg bei schönstem Wetter zum Faro de Albir. Als Rückweg nahm ich den Pfad vorbei an Überresten einer Ocker-Miene und einer kleinen Badebucht. Nun hieß es Ausschau halten nach einem passenden Stellplatz. Der erste oberhalb Benidorms hatte außer einem spektakulären Ausblick auf die Skyline nichts, was mich ansprach. Ein Parkplatz in Villajoyosa direkt am Meer schien mir schon geeigneter.

Sa. 16.11.2019

Da es so schön entspannt war, blieb ich auch heute nochmals in Villajoyosa. Gechillt, gebummelt, fotografiert, gewandert …

So. 17.11.2019

Schweren Herzens habe ich mich von Villajoyosa getrennt. Aber ein kleines Stück weiter in den Süden wollte ich heute noch fahre. Auf halber Strecke ließ ich Alicante hinter mir. Unterhalb des Stadtteils Gran Alcant fand ich direkt am Meer einen offiziellen aber doch recht „wilden“ Stellplatz mit eigener Palme direkt vor dem „Wohnzimmer“.

 

4. Woche

Mo. 18.11.2019

Die Nacht hatte es geregnet und die Überreste am Himmel deuteten auf einen trüben Tag hin. Ich schaute schon in der Wetter-App nach besseren Aussichten, als sich der Himmel öffnete und sein schönstes Blau präsentierte. Motiviert machte ich mich auf den Weg ins knapp 40 km entfernte Torrevieja. Dort kann man direkt am Meer stehen. Ich positionierte mich, wie viele Gleichgesinnte, auf den etwa 5m hohen Klippen. Nachmittags um 15 Uhr zeigte das Thermometer in der Sonne 42° im Schatten immerhin noch 22° und das Mitte November. Was will man mehr?

Di. / Mi. 19. / 20.11.2019

Es war ein klein wenig kühler als am Vortag, dennoch verbrachte ich zwei weitere Tage in Torrevieja.

Do. 21.11.2019

Nach fast drei Tagen Nichtstun verspürte ich wieder Lust, ein paar Kilometer zu fahren. Nicht ganz so romantisch aber dennoch ruhig bezog ich den Parkplatz direkt unterhalb des Faro de Cabo de Palos. Auf dem Weg dort hin, streifte ich durch kilometerweites Bergbaugebiet mit seinen Ruinen und stinkenden Erde.

Sa. 23.11.2019

Nach einem weiteren Tag am Cabo de Palos ging es streckenweise wieder zurück durch das bekannte Bergbaugebiet. Nach Cartagena wurde die Strecke deutlich kurviger und romantischer. Es ging durch die Sierra de la Muela. Mein Ziel war die Landspitze bei Los Castillitos. Dort soll es einen kleinen aber feinen Übernachtungsarkplatz bei der Bateria de Castillitos geben.

So. 24.11.2019

Nachdem ich die Festung aus dem Jahre 1933 und die Gegend drumherum ausgiebig erkundet hatte, ergriff ich heute Morgen blitzartig die Flucht. Schon kurz nach 7 Uhr kamen die ersten Spanier um den Sonnenaufgang hier oben zu erleben. Bevor ich auf dem kleinen Parkplatz vollkommen eingeparkt werde, geht es für mich weiter. Allerdings nur knapp 40 Kilometer. In der Nähe von Canada de Gallego richtete ich mich direkt am Strand häuslich ein.

5. Woche

Mo. / Di. 25. / 26.11.2019

Dieser Strandabschnitt scheint prädestiniert für‘s freie Campen zu sein. Wenn nur nicht die ganze Gegend mit Plastik-Gewächshäusern zugepflastert wäre. Bei einem ausgiebigen Spaziergang entdeckte ich noch das eine oder andere lauschige Plätzchen. Allerdings waren die meisten durch deutsche Womos besetzt. Augenscheinlich für einen längeren Aufenthalt eingerichtet.

Mi. 27.11.2019

Kilometerweit ging es vorbei an Gewächshäusern und landwirtschaftlich bestellten Flächen. Plötzlich tauchen aus dem Nichts zwei vermummte, in Nebel getauchte Gestalten auf. Ich schaltete die Lüftung auf Umluft und fuhr einen großen Bogen. Nach Bio sieht das hier wahrhaftig nicht aus. Kein Wunder, dass eine hier gekaufte Tomate drei Wochen lang hält ohne faulig zu werden.

Von den vergangenen Tagen verwöhnt, musste ich auf dem Weg Richtung Aguilas feststellen, dass es in Spanien auch Gemeinden gibt, die das freie Übernachten rigoros unter Androhung einer Strafe in Höhe von 3000 € unterbinden. Froh war ich, dass ich zwischen der Playa de la Carolina und der Cala los Cocedores einen traumhaften Platz unter Gleichgesinnten fand.

Übrigens, was das Wetter betrifft: Es hatte schon heute Vormittag Temperaturen um die 20°, die dann im Laufe des Tages auf knapp 25° stiegen. Dies war einer der wärmsten Tage seit ich hier in Spanien bin.

Do. / Fr. 28. / 29.11.2019

Hier ist es wie im Paradies. Heißt deshalb eine benachbarte Bucht Playa de las Palmeras? Die Leute, die hier stehen scheinen alle „alte Hasen“ zu sein. Viele sind schon seit Jahren immer wieder an diesem Ort und berichten, dass hier eine Verwaltungsgrenze verläuft und es deshalb unterschiedlich mit der Duldung von Wohnmobilen gehandhabt wird. Alle mit denen ich gesprochen hatte, sind „Winterflüchtlinge“ und verbringen die kalte Jahreszeit im warmen Süden. Die einen bleiben in Spanien, die anderen zieht es nach Portugal und die ganz sonnenhungrigen sind auf dem Weg nach Marokko.

Sa. 30.11.2019

Schon morgens früh um 8 Uhr, war ich bei der nahegelegenen Tankstelle Anibal. Diese hat sich voll auf uns Camper eingestellt. Neben einem eigenen Camper Area bietet diese die Möglichkeit der Ver- und Entsorgung an. Ich nutzte die Gelegenheit und befreite außerdem den Sprinter mittels Hochdruckreiniger vom gröbsten Schmutz. Pünktlich um 9 Uhr war ich dann im gut sortierten Mercadona um die Vorräte für die nächsten Tage zu ordern. Es soll nämlich an einen etwas abgelegeneren Strand gehen. Diesen fand ich 15 km hinter Garrucha, drei Kilometer abseits der Straße. Mit seinem glasklaren Wasser und eingebettet in rotbraune Felsen, erinnert er an die Geschichte von Robinson Cruso.

So. 01.12.2019

Heute soll es zu den Hippies gehen. Ausgangspunkt ist die Cala del Plomo. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich eine der größten Bauruinen Spaniens. Der Bau des Hotels El Algarrobico musste schon vor Jahren wegen baurechtlicher Streitigkeiten eingestellt werden. Mit den drei noch vorhandenen Kränen sieht es aus, als ob noch gearbeitet wird. Von der Cala del Plomo aus verläuft einer der beiden steinigen Pfade nach San Pedro, dem Hippie-Dorf. Hier leben tatsächlich noch Menschen, die dem üblichen System entfliehen möchten. Die einen für ein paar Wochen im Zelt, die meisten, mehr oder weniger gut eingerichtet, vermutlich für immer. Es scheint mir auf der einen Seite ein tolles und freies Leben zu sein, aber zugleich auch ein hartes, was mir einer der Anwohner durch sein Aussehen und seine Antwort bestätigte.

6. Woche

Mo. 02.12.2019

Auf der App Stayfree entdeckte ich einen genialen Stellplatz in der Nähe von Las Negras. Mich beeindruckte das Foto eines auf dem Felsplateau stehenden Vans. So will ich auch stehen. Dort angekommen, sagte ich mir, das darf doch nicht wahr sein. Inmitten eines Naturparks, unterhalb einer meines Erachtens privaten Burg und dann noch so, dass man über schönste Felsformationen fahren muss. Das ist und gehört verboten. Warum werden solche Plätze veröffentlicht? Es sollte einem schon der gesunde Menschenverstand sagen, dass so was nicht geht. Ich begnügte mich für diese Nacht mit einem öffentlichen Parkplatz deutlich vor diesem Spot.

Di. 03.12.2019

Es hatte die ganze Nacht geregnet und der Parkplatz gestaltete sich so langsam zu einem See. In Anbetracht der weiter vorhergesagten Regenfälle, beschloss ich den Tag im nächstgelegenen Ort Las Negras zu verbringen.

Mi. 04.12.2019

Nach einem Tag im Sprinter ohne mich groß bewegt zu haben, war ich froh, dass sich das Wetter wieder besserte. Bei strahlend blauem Himmel steuerte ich zum Frühstücken einen Parkplatz direkt am Meer in La Isleta del moro an. Dort traf ich mal wieder ein bekanntes Gesicht, einen ebenfalls allein reisenden Herrn aus Bayern. Es kommt übrigens nicht selten vor, dass ich Reisende mehrfach treffe. Kein Wunder, da die meisten das gleiche Ziel haben, den Süden von Spanien. Als Übernachtungsplatz wählte ich für die heutige Nacht, den Parkplatz bei der Playa de Monsul.

Do. 05.12.2019

Eigentlich hatte ich für heute die Wüste von Tabernas als Ziel. Ich fand aber auf halber Strecke in Retamar einen ruhigen und entspannten Ort, an dem ich das schöne Wetter genoss. Die Wüste verschob ich auf den morgigen Tag.

Fr. 06.12.2019

Spanier sind bekanntermaßen keine Frühaufsteher, dennoch verwunderte es mich, dass um kurz vor 10 Uhr die Supermärkte immer noch geschlossen hatten. Später erfuhr ich, dass in Spanien heute Feiertag ist. Alljährlich am 6. Dez. feiern die spanischen Bürger die Zustimmung zur aktuellen Verfassung im Jahre 1978. So ging es ohne weitere Vorräte aufzufüllen in Richtung Wüste von Tabernas. 25 km vorher, in der Sierra de Almahilla, fand ich zwei ehemalige Filmsets, die mich neben den kleinen „Offroadstrecken“ so begeisterte, dass ich den restlichen Tag und die Nacht dort verbrachte.

Sa. 07.12.2019

Heute war ich nun endlich in der Wüste von Tabernas. Wobei sie mir gar nicht mehr wie eine Wüste vorkam. Die letzten heftigen Regenfälle hatte ihre Spuren hinterlassen. In den Ramblas floss noch etwas Wasser, der Boden war noch feucht und die Pflanzen, meine ich, sind etwas grüner. Ich vergnügte mich den ganzen Tag auf den unwegsamen Pisten und mit dem Durchqueren besagter Ramblas. Für die Nacht fand ich ein ruhiges Örtchen am Rande der Wüste.

So. 08.12.2019

Für heute nahm ich mir ein größeres Stück Weg entlang der Sierra Nevada vor. Schlussendlich wurden es knapp über 100 Kilometer. Es war eine kurvige Strecke, bei der man merkte, dass auch in Spanien kein Sommer mehr ist. Das Laub der Bäume war gelb verfärbt und die Gipfel in der Ferne weiß gepudert. Bei strahlendem Wetter lagen die Temperaturen dennoch bei knapp 15°, wohlgemerkt auf fast 1000 m Höhe. Den Stellplatz bei Juviles hatte ich in dieser Nacht für mich alleine.

7. Woche

Mo. 09.12.2019

Weiter ging es durch die herbstliche Sierra Nevada. Ebenso wie die verschneiten Gipfel, leuchteten auch die die schneeweißen Dörfer in der Morgensonne. Auffällig an diesen war, dass meist das größte Haus eine Manufaktur für spanischen Schinken beinhaltete. Durch den Geruch und die Zurschaustellung der Hinterkeulen war dies nicht zu verkennen. Ganz besonders in dem dafür bekannten Trevelez. Den frühen Nachmittag verbrachte ich am Stausee von Beznar. Da meine morgige Etappe rund 70 km betragen sollte, beschloss ich davon 20 km heute schon zu fahren. Als Stellplatz wählte ich einen kleinen Parkplatz weit oberhalb von Nigüelas.

Di. 10.12.2019

Der Parkplatz war nicht ganz so hoch, dass ich die hohen Berge der Sierra Nevada erblicken konnte. So kletterte ich am frühen Morgen noch eine halbe Stunde einen nicht ganz so einfachen Pfad hinauf zum Bergsattel. Oben angekommen, entdeckte ich weit in der Ferne die verschneiten Berge.

Durch unzählige Oliven- und Pfirsichplantagen entfernte ich mich von den Bergen der der Sierra Nevada. Die Fahrt erinnerte mich an einen Sonntagsausflug auf die Schwäbische Alb, bei schönstem Sonnenschein im goldenen Oktober. Nur dass hier so gut wie jeden Tag Sonntag ist und das auch noch im Dezember.

Alhama de Granada hieß mein heutiges Ziel. Ein Ort, an dem wir schon mal vor zwei Jahren waren. Allerdings hatten wir damals die Vielfalt dieser Örtlichkeit verkannt. Der Stellplatz ist nicht sehr romantisch, aber ganz ok. Was aber beeindruckt ist die Natur drumherum. Auf historischen Pfaden, vorbei an uraltem Gestein und verfallenen Gebäuden erkundete ich die Schlucht des Rio Alhama Fluss aufwärts bis zu einem kleinen Stausee. Für morgen nahm ich mir die eigentliche Attraktion dieses Ortes vor.

Mi. 11.12.2019

Man merkt es, dass ich noch auf fast 1000 Höhenmeter bin. Im Kühlschrank war es heute Morgen 1° wärmer als im Sprinter. Was bietet sich da eher an als ein warmes Bad in einer Thermalquelle. Für diese ist Alhama de Granada schon seit der Römerzeit bekannt. Die Anlage ist zu Fuß in knapp 30 Minuten zu erreichen. Im Winter ist die eigentliche Therme geschlossen. Man hat aber die Möglichkeit etwas abseits in einem kleinen flachen Becken die wohltuende Wärme zu genießen. Augenscheinlich wird diese überwiegend von Männern genutzt. Am Nachmittag durchquerte ich noch die sehenswerte und verwinkelte Altstadt oberhalb der Schlucht.

Do. 12.12.2019

Da es heute Morgen gerade mal 5° im Sprinter hatte und mit der Sonne auf dem etwas tiefer liegenden Parkplatz frühestens um 10 Uhr zu rechnen war, beschloss ich um 8 Uhr schon zu fahren. Ich wollte wieder ans Meer. So schön die Berge sind, es ist zu dieser Jahreszeit auch dort recht frisch, zumindest in der Nacht. Auf Park4Night fand ich einen passenden Parkplatz etwas östlich von Malaga.

Fr. 13.12.2019

Die Nacht war mehr als 10° wärmer als in den Bergen, was deutlich angenehmer war. Der Stellplatz könnte perfekt sein, wenn die Nähe zur Schnellstraße nicht wäre. Für eine Nacht war er aber ok. Nach interessanten Gesprächen mit anderen Reisenden, verließ ich den Platz um die Mittagszeit weiter in Richtung Westen. Eigentlich wollte ich wieder eine Tagesetappe von 50 km erreichen. 5 km hinter Malaga sah ich auf einem riesen Sandparkplatz direkt am Meer jede Menge unterschiedlichster Camper stehen. Ich änderte kurzerhand die Route und verbrachte den Tag und die Nacht auf diesem Platz.

Sa. 14.12.2019

Der Parkplatz entpuppte sich als idealer Stellplatz und Ausgangspunkt für einen Malaga-Besuch. Neben funktionierenden Strandduschen, öffentlichen Toiletten und einem nehegelegenen Supermarkt punktet dieser Spot mit seiner Nähe zur Stadtmitte von Malaga. Entweder über einen 2-spurigen Radweg oder mit dem Bus ist man bequem und schnell am Hafen oder der Innenstadt. Es fühlte sich schon etwas komisch an, bei Temperaturen um die 20° über einen Weihnachtsmarkt zu schlendern.

So. 15.12.2019

Für die ganze nächste Woche bringt der Wetterbericht leider überwiegend Regen. Und in Richtung Tarifa noch deutlich mehr, als im Osten. Was also tun? Ich spiele mit dem Gedanken, nicht mehr weiter in den Westen zu fahren. Das heutige schöne Wetter nutzte ich erst mal um nochmals in die Berge zu fahren. Einem Tipp folgend fuhr ich in den Nationalpark El Torcal. Ein Gebiet mit besonders schönen Steinformationen. Nach einer zweistündigen Wanderung nutzte ich die Zeit um den Wetterbericht nochmals genau zu studieren. Es bleibt dabei, mein Entschluss steht fest. Dies wird der westlichste Punkt meiner Reise sein. Ab jetzt geht es wieder Richtung Osten, in der Hoffnung, dass dort das Wetter besser ist. Den ersten Schritt in diese Richtung machte ich heute schon. In Comares, einem kleinen Bergdorf, fand ich einen passenden Übernachtungsplatz.

8. Woche

Mo. 16.12.2019

Was Comares für ein nettes Bergdorf ist, entdeckte ich erst heute morgen auf der Suche nach einem Bäcker. Da es ja ab jetzt wieder Richtung Osten geht, steuerte ich die Stadt Nerja an der Costa del Sol an. Neben Einkaufen, Tanken und einem Bummel über einen Markt, unternahm ich eine kleine Wanderung. Übrigens, auf dem Markt dachte ich, ich bin in Deutschland. Gut 80% redeten deutsch. Wie ich in einem Supermarkt mitbekommen habe, leben hier viele deutsche Rentner in Miete, wegen des milden Klimas – kann ich ganz und gar verstehen. Bei der Wanderung entdeckte ich abermals bewohnte Behausungen von irgendwelchen Aussteigern und Lebenskünstlern. Ob es wirklich erstrebenswert ist in so einer Höhle zu leben?

Di. 17.12.2019

Für heute nahm ich mir vor, Nerja genauer zu erkunden. Erstmal fuhr ich von meinem Übernachtungsparkplatz wieder 6 km zurück nach Nerja. Auf dem anvisierten Parkplatz standen auch schon einige Vans. Man bestätigte mir, dass hier auch das Nächtigen kein Problem sei. Perfekt, ein zentral gelegener Parkplatz und zudem Schlafplatz für die kommende Nacht. Doch erst mal bummelte ich bei doch gar nicht so schlechtem Wetter durch die Stadt. Wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit ist der Balcon de Europa. Ein ins Meer hinaus ragender Vorsprung, ausgebaut zur perfekten Beobachtungs- und Flanierplattform. Dort sah ich erstmals wild lebende Nymphensittiche in den Palmen sitzen. Deren Geschrei war unüberhörbar. Einen besonderen Charme versprüht die Stadt allerdings in den Abendstunden und ganz besonders jetzt zur Weihnachtszeit.

Mi. 18.12.2019

Der vorige Abend war mild und die Nacht dafür recht frisch. Mit 8° im Sprinter verließ ich den Parkplatz schon recht früh und nutzte die Fahrzeugheizung um mir wohlige Temperaturen zu schaffen. Allerdings waren es nur knapp 10 Kilometer Fahrt bis zum weißen Dorf Frigiliana. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch das schönste Dorf Andalusiens, ging es 50 km Richtung Osten, nach Motril. Dort soll es zwei Parkplätze geben, die zumindest in der Winterzeit begehrte Ziele jeglicher Art von Campern sind.

Sa. 21.12.2019

Nachdem ich auf einem der beiden Parkplätze die letzten Tage und das schlechte Wetter verbracht habe, musste ich mich und den Sprinter wieder bewegen. Zum einen galt es die Vorräte aufzufüllen, zum anderen der aus Ermangelung von Sonnenlicht schwach gewordenen Batterie, wieder etwas auf die Sprünge zu helfen. 60 Kilometer ging es Richtung Osten, nach Adra. Hier blickte schon mal die Sonne durch und produzierte angenehme Wärme, die aber wegen des starken Windes nicht zu genießen war. Heute gilt es noch auszuharren, dann steigen die Sonnenstunden auf 9 und die Temperatur auf deutlich über 20. Yeh, willkommen in Spanien.

So. 22.12.2019

Wie vorhergesagt zeigte sich das Wetter wieder von seiner schönsten Seite. Ich positionierte den Sprinter direkt am Strand und verbrachte den Tag, indem ich mir die nicht sonderlich attraktive Stadt anschaute, etwas Wäsche wusch und die warmen Temperaturen genoss.

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