Tour de France – Teil 1

Tour de France

18.05.2018

Endlich! Die Reise beginnt. Wir starten gegen 17 Uhr Richtung Straßbourg. Im Gepäck wie immer unsere haarigen Mädels Lilli und Claire und eine unbändige Lust auf 6 Wochen Frei- und Ungezwungenheit quer durch Frankreich. Geplant ist Frankreich auf den Spuren der Tour de France zu durchqueren. Auf der Route des Cretes durch die Vogesen, der Route des Cols Pyrenees über die Pyrenäen und zurück über die Route des Grand Alpes wollen wir in etwa 100 Cols (Pässe) erklimmen. Nicht mit dem Rad sondern mit unserem Landy.

Der Übernachtungsplatz in Kehl ist schnell erreicht und am nächsten Morgen gönnen wir uns ein Frühstück mit Bummel in Straßbourg, dessen Flair einfach immer wieder schön ist.

Die anschließende Weiterfahrt erinnert uns sehr an den heimischen Schwarzwald. Das Wetter ist schön aber kühl, was wir dann bei einem Abendspaziergang am nächsten Übernachtungsplatz beim Ballon d’Alsac zu spüren bekommen. Selbst an kleinen Schneeresten führt die Rundtour vorbei. Und an einer beeidruckenden Statue von Jeanne d’Arc, die man schon von weitem auf dem Berg thronen sieht.

Unser Defender ist in den gemäßigten Vogesen natürlich absolut unterfordert aber wir genießen das entspannte Rollen über die Route des Cretes. Ständig in Begleitung von unzähligen Radlern und Motorradfahrern.

Auf der Weiterfahrt Richtung Bordeaux wird es spürbar wärmer und der erste Anblick des Atlantiks lässt das Herz einfach höher schlagen. Unglaubliche Farben und unglaublicher Wind. Ohne den es auch jetzt im Mai schon recht warm wäre. Trotzdem, einmal mit den Zehen rein muss sein. Die Entscheidung baden ja oder nein ist somit auch schnell gefallen. Dafür erfreuen wir uns noch eine ganze Weile am tollen Anblick des blauen Wassers und verbringen ein paar tolle Tage am Atlantik.

Am 22.05.2018 kommen wir im Laufe des Tages in Espelette im Baskenland an. Hier sind wir angenehm überrascht über die vielen mit rotem langen Paprika geschmückten Häuser. Fast jedes hat dazu noch rot gestrichene Fensterläden. Zusammen mit kleinen Geschäften, Weinlokalen und Restaurants ergibt das eine besondere Atmosphäre in diesem Ort. Unzählige Karikaturen auf Schaufenstern weisen darauf hin, dass am 28.7.18 die Tour de France hier durchgeht.

Espelette ist für uns der Einstieg in die Pyrenäen und so starten wir am anderen Morgen in die Berge. Auf der Fahrt werden wir belohnt mit einer wunderschönen Strecke zum Col d’Iraty auf 1328 m Höhe. Das Grün der Bergtäler ist so intensiv, dass es schon fast unnatürlich wirkt. Überall blüht gelber Ginster und Fingerhut in herrlichem Violett. Es begegnen uns freilaufende Pferde, Kühe und manchmal auch Hunde, die die jeweilige kleine Ortschaft für ihr Eigentum halten und diese mit lautem Gebell und Angriffen auf die Reifen unseres armen Defenders verteidigen.

Am Nachmittag machen wir bei Sonne und angenehmen Temperaturen eine Wanderung zu einer Schlucht mit Hängebrücke in beeindruckender Höhe. Als wir abends auf unserem Übernachtungsplatz sind, wird‘s leider ungemütlich bzw. gemütlich. Je nachdem, wie man’s nimmt. Es fängt langsam an zu tröpfeln und geht dann in heftigen Regen über. Hoffentlich bleibt das jetzt nicht so.

Zum Glück! Beim Aufwachen hat sich der Regen verzogen und es kann weitergehen. Das erste Ziel ist eine Seilstation auf dem Col de Soudet in 1520 m Höhe. Es fängt wieder an zu nieseln und wird immer wolkenverhangener. Irgendwann ist der Nebel dann unter uns und gibt die Sicht auf ein düster anmutendes, teils noch schneebedecktes Skigebiet frei. Ein paar Wohnmobile scheinen hier übernachtet zu haben und stehen etwas verloren auf dem riesigen dafür vorgesehenen Übernachtungsplatz. Den Hintergrund „zieren“ Bausünden zur Unterbringung der Skitouristen. Was hier wohl so im Winter los ist. Ich will‘s mir eigentlich gar nicht vorstellen. Denn als die Sonne durchkommt ist die Ruhe, das Geräusch des Windes und das vereinzelte Geschrei der Kolkraben einfach nur Wohltat für die Seele. Deshalb können wir uns auch nicht so schnell losreißen und setzen dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen in Form des weltbesten Kaiserschmarren aus unserer Gusspfanne auf, ehe es dann doch irgendwann weitergeht.

23.5.2018
Die nächsten Tage bleiben weiterhin durchwachsen aber meistens trocken. Wir nutzen die Gelegenheit möglichst oft, um zu wandern und die Bergwelt auf uns wirken zu lassen. Oft umringt von Kuh-, Pferde- und Schafherden und untermalt von deren Glockengeläut.

Ein Highlight auf der Strecke ist unsere Wanderung zum Cirque de Gavarnie. Der Weg beginnt sanft durch ein moosbewachsenes Tal mit viel Wasser und endet schließlich vor dem gigantischen Cirque, hinter dem sich Spanien befindet. Wir haben Glück, denn als wir zum Auto zurückkommen, haben sich gewaltige dunkle Wolken aufgetürmt und es entlädt sich ein Gewitter.

Der Defender erklimmt weitere Pässe wie z. B. der Col d‘ Aspin. Der höchste davon, den Col du Tourmalet mit 2115 m.

28.5.2018
Heute steht ein Besuch in Lourdes an, einer der meistbesuchten katholischen Wallfahrtsstätte. Man wird fast erschlagen von den unendlich vielen Läden um den „heiligen Bezirk“. Alle bieten sie christlich angehauchten Schmuck, Madonnen, Wasserfläschchen in allen Größen zum Auffüllen des heiligen Wassers, Kerzen und vieles mehr an. Im Gelände selbst, rund um die mächtige Basilika, herrscht eine einmalige Atmosphäre. Sie ist geprägt durch die vielen Menschen unterschiedlichster Nationen, von denen sich augenscheinlich viele Heilung oder Hilfe erhoffen. Auch für uns war es ein faszinierender Besuch, bei dem wir gar nicht merkten, wie schnell die Zeit vergangen ist. Nach vier Stunden Aufenthalt saßen wir wieder im Auto und fuhren, bereichert mit diesen Eindrücken, weiter.

One thought on “Tour de France – Teil 1”

  1. Liebe Martina..
    ich habe ganz genau Vorgestern meiner Freundin über Abenteuer als Hundefriseur, Hohen Staufen und Euch erzählt, unsere Gedanken, meine und deine..wir haben gespürt, wir denken an uns.. ist doch unglaublich! Freut mich von dir zu lesen, ich hoffe, wir sehen uns bald..das wäre doch schön..
    tolle Bilder, bin bei Euch auf dem Weg.. spannend und wunderschön..
    .. Jolanta

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