Umweltfreundlich reisen mit einer Trenntoilette

Wie schon mehrfach betont, ist es mir eine Herzensangelegenheit so umweltfreundlich wie nur möglich zu reisen. Das ging schon eindeutig aus dem Beitrag „Trinkwasseraufbereitung im Wohnmobil“ hervor.

Jetzt kommen sicherlich wieder die Einwände, dass Reisen ohnehin umweltschädlich ist. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Aber deshalb darauf zu verzichten ist für mich nicht die Lösung. Ich bin aber bereit, gewisse Dinge zu tun, um so wenig wie möglich „Spuren“ zu hinterlassen.

Jeder Tritt auf‘s Gaspedal geht einher mit einem Blick auf den Bordcomputer, um den Dieselverbrauch so gering wie möglich zu halten. Jedes kleine Fitzelchen Müll kommt in die Tüte und wird im nächsten Mülleimer ordnungsgemäß entsorgt. Oft nehme ich dafür die Brottüte vom Bäcker aus Papier. Wie ich das Problem mit den vielen Trinkwasserflaschen aus Plastik angegangen bin, habe ich schon beschrieben.

Eine weitere Möglichkeit umweltfreundlich zu reisen, ist die Benutzung einer Trenntoilette. Ich möchte nicht wissen, mit wie viel bunter und „gut riechender“ Toilettenchemie jährlich die Umwelt belastet wird. Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit dies zu vermeiden. Das Geheimnis heißt Trenntoilette.

Bei einer Trenntoilette ist ein Einsatz vorhanden, der das Flüssige vom Festen trennt. Der Urin läuft in einen Kanister und das große Geschäft macht man quasi in eine Tüte. So voneinander getrennt, entsteht keine Gärung und somit fast kein Geruch. Folglich ist Toilettenchemie unnötig.

Viele Leute rümpfen nun die Nase und finden das irgendwie ekelhaft. Aber warum soll dies ekelhafter sein als eine Chemietoilette? Mir ist anfänglich oft genug beim Entsorgen die braune Brühe über die Finger gelaufen. Das ist ekelig! Ich habe beide Systeme nun zu genüge getestet und schätze die Vorzüge der Trenntoilette:

 

  • Umweltfreundlich da keine Chemie notwendig.

  • So gut wie geruchlos, sofern richtig gemacht.

  • Einfache Entsorgung.

 

Die Entsorgung läuft übrigens so, dass der feste Anteil, gut verpackt in der Tüte, in jedem Mülleimer entsorgt werden kann, wie Windeln oder gefüllte Hundekottüten. Der Urin darf, im Gegensatz zum Inhalt einer Chemietoilette, in jeder normalen Toilette entsorgt werden.

 

Der Einbau

Es gibt verschiedene Systeme oder Möglichkeiten. Die einfachste, man kauft sich den Trenneinsatz und baut sich die Kiste drum herum selbst. Dies war meine erste Lösung im Landy. Für den Sprinter habe ich mir eine komplette Toilette von TROBOLO besorgt. Bei dieser Firma gibt es Trenneinsätze, Bausätze oder komplette Lösungen.

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Das Innere der TROBOLO-Trenntoilette

Bezüglich des Geruchs ist zu sagen, dass, wenn etwas riecht, es nicht das Feste ist, sondern der Urin. Im Landy hatte ich die Toilette nicht dicht, da es ein Umbau von einer Chemietoilette war. Da hat man den Urin gerochen, wenn nicht täglich entsorgt wurde. Jetzt im Sprinter ist die Kiste komplett geschlossen und man riecht NICHTS! Es gibt von TROBOLO auch eine Toilette mit einem Entlüftungsventilator ähnlich wie bei Chemietoiletten. Dieses Geld sowie das Loch im Blech kann man sich definitiv sparen.

Eine Kleinigkeit musste ich an der fertigen TROBOLO-Toilette ändern. Da diese Toilette eigentlich für den stationären Einsatz gedacht ist, steht der Urinbehälter ohne Deckel unter dem Trenneinsatz. Beim Einsatz im Womo würde so beim Fahren der Urin aus dem Kanister schwappen. Der Urinbehälter ist ein ganz normaler Weithalskanister, für die es verschiedene Deckel zum Nachkaufen gibt. Ich habe mir einen Deckel besorgt, den man für den Einsatz von Tauchpumpen im Kanister verwendet. Diesen habe ich kreuzförmig eingeschnitten, so dass der Stutzen des Trenneinsatzes exakt dort hinein passt. Das ist soweit dicht, dass keine Flüssigkeit beim Fahren heraus schwappt.

Ihr seht, es ist ganz einfach der Umwelt diese unnötige Chemie zu ersparen. Chemietoilette raus, Trenntoilette rein. Die von TROBOLO hat auch noch den Vorteil, dass sie bis auf den Trenneinsatz und den Kanister vollkommen aus Holz gefertigt ist. Selbst der Lack ist aus umweltfreundlichem Leinöl. Ferner bietet sie eine weitere stabile Sitzmöglichkeit.

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zusätzliche Sitzmöglichkeit

Für mich ist neben der beschriebenen Osmosefilteranlage, dies die Nummer Zwei beim umweltfreundlichen Reisen.

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Eine Sache hätte ich noch, die mir unter den Nägeln brennt:

Wenn, wie doch der eine oder andere, der ohne Toilette reist und sein Geschäft in die Büsche macht (betrifft eigentlich jeden, der meint dies tun zu müssen), sollte er dafür Sorge tragen, dass solche Ecken nicht total zugesch… sind und überall Klopapier herum liegt. Uns Hundebesitzer werden Strafen dafür auferlegt. Wäre es nicht eine Idee, wenn wenigstens das schlecht verrottbare Papier in einer Tüte verpackt im nächsten Mülleimer entsorgt wird? Gerne auch beim kleinen Geschäft 👩👩‍🦰.

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2 thoughts on “Umweltfreundlich reisen mit einer Trenntoilette”

  1. Hallo Peter,
    jetzt bist du ja traumgemäß zum Weltenbummler geworden.
    Habe mit großem Interesse deinen Bericht über die Osmoseanlage gelesen. Der Bericht lässt sich gerade nicht mit Bildern laden. Kannst du mir noch Infos zu Hersteller, Händler und Preisen geben.
    Weiter gute Reise.
    Gruss
    Artur

    1. Hallo Artur,

      schön von dir zu hören. Ja, ich lasse es mir gut gehen, hier in Spanien. Heute regnet es mal ausnahmsweise und ich nutze die Gelegenheit um meinen Blog zu aktualisieren. Bzg. Osmose schau mal unter https://www.lebendiges-trinkwasser.de.

      Viele Grüße aus dem ansonsten sonnigen Spanien,
      Peter

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