Vierte Woche Sardinien

 

Früh am Samstag Morgen machten wir uns auf den Weg zur Gola Su Gorruppu, einem beeindruckenden Canyon. Was bedeutete, zwei Stunden Fußweg hin, eine Stunde Schlucht und zwei Stunden zurück. Das war zwar anstrengender als gedacht, dafür aber wirklich lohnend. Zugute kam uns auch, dass wir schon im Morgengrauen, also vor dem großen Wanderstrom gestartet sind. Die Temperaturen waren noch sehr angenehm und wir kamen flott voran. Auch unsere Hunde waren begeistert. Allerdings war die Schlucht selber für die Hunde nicht machbar, die Felsen waren für Lilli einfach nicht zu überwinden. Nach anfänglichem Tragen, hab ich dann doch kapituliert und bin mit den Hunden wieder raus aus der Schlucht. Peter ist allerdings weitergelaufen und hat uns dafür mit tollen Bildern belohnt. Für die Weiterfahrt hatten wir nach dieser Anstrengung noch etwas besonderes geplant: Le Terme su Anzu. Das ist ein kleines öffentliches Mini-Termalbad. Herrlich, unsere müden Glieder darin zu verwöhnen. Unser Stellplatz am Abend war am Strand von Berchida. Neben uns hatte eine nette schweizer Familie ihr Lager aufgeschlagen. Ebenfalls mit Defender, was schnell für Gesprächsstoff sorgte.

Der nächste Tag am Spiaggia di Berchida stand ganz unter dem Motto ausruhen und genießen. Baden, Lesen, Essen, Seele baumeln lassen.

Am anderen Morgen zog es uns dann wieder weiter. Nachdem wir unsere Wasser- und sonstigen Vorräte aufgefüllt hatten ging‘s zum Hafen von La Caletta. Ein Ort, der auf uns eine besondere Faszination ausübte, weshalb wir auch mehrere Stunden das Treiben dort und im Städtchen beobachteten. Abends fuhren wir weiter zum Stellplatz im Nachbarort San Giovanni.

Am Dienstag Morgen schlenderten wir die zwei km zurück zum Hafen und ins Örtchen, um Frühstück zu besorgen. Nachmittags machten wir einen Abstecher zu einem verlassenen Dorf und erreichten unseren Stellplatz am anderen Ende des Strands von San Giovanni. In einem Wäldchen zusammen mit anderen Offroadern verbrachten wir den Nachmittag und die Nacht.

Früh morgens fuhren wir schon langsam Richtung Golfo Aranci, mit dem Ziel, die letzten drei Tage ruhig ausklingen lassen.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Schönen und Reichen. Es zog uns an die bekannte Costa Smeralda (Smaragdküste). Unter anderem zu den Orten Porto Rotondo, in dem Berlusconi eine Hyper-Traumvilla haben soll, nach Porto Cervo, dem Herzstück der Costa und nach Bala Sardina.

Durch Zufall entdeckten wir auf dieser Küstenfahrt den Leuchtturm eines alten Bekannten, der uns vor 20 Jahren mit seiner kleinen Familie genau dorthin zum Essen und Übernachten eingeladen hatte. Wir hätten ihn so gerne nach dieser langen Zeit wieder gesehen. Aber leider stellte sich heraus, dass er grade in Spanien war. Na ja, bis zum nächsten Besuch wird‘s hoffentlich nicht nochmal 20 Jahre dauern.

Den folgenden Tag verbrachten wir komplett in Golofo Aranci. Wir wollten einfach nochmal genügend Zeit haben, die ganze Reise Revue passieren zu lassen, zu baden und uns auf die Heimreise und auf das, was danach wieder kommen mag, einzustimmen. Irgendwie ist es dann doch immer ein komisches Gefühl, etwas hinter sich zu lassen. Wenngleich sich auch die Freude darunter mischte, bald wieder im vertrauten Zuhause zu sein und vor allem, unseren Sohn Kai endlich wieder zu sehen. Zwischendrin blieb noch genug Zeit, um nochmal mit einem leckeren italienischen Eis durch den Ort zu schlendern. Und nanu, wem begegneten wir denn da? Das wird doch nicht etwa schon der Weihnachtsmann sein? Brille auf und schnell nochmal geschaut: tatsächlich, der Weihnachtsmann ist hier wohl das ganze Jahr präsent. Also den wollten wir nun wirklich nicht schon sehen!

Am Samstag, pünklich um 11:30 Uhr legte die Fähre ab. Nach langen 7 Stunden kommt sie kurz vor 19:00 Uhr in Livorno an. Es war schon dunkel und wir waren trotz des Nichtstuns ziemlich müde, aber auch sehr hungrig. Welch Glück, dass fast neben unserem Übernachtungsplatz ein Supermarkt war und auch noch offen hatte. Kurz eingekauft und dann ab auf den von der Herfahrt schon bekannten Parkplatz zum Übernachten.

Anderntags fuhren wir etwa 400 km bis Maccagno am Lago Maggiore. Dort verbrachten wir noch einen schönen Nachmittag und Abend. Allerdings bei sturmähnlichem Wind, weshalb wir uns ziemlich schnell ins Womo verzogen und es uns drinnen gemütlich machten. Die Nacht war angenehm ruhig.

Als letzte Etappe hatten wir uns vorgenommen, über den San Bernardino nach hause zu fahren. Leider war der Pass wegen Schnee gesperrt und wir mussten den Tunnel nehmen. Hier wurde uns dann auch nochmal richtig bewusst, wie fortgeschritten das Jahr schon war. Es war eisig kalt und schneite. Das Ganze ist auf Sardinien irgendwie an uns vorbei gegangen. Es war ja auch unser Ziel, so den Sommer zu verlängern. Der Rest der Reise verlief ohne Zwischenfälle und mit jedem km kam der deutsche Herbst sichtbar und spürbar näher. Wir waren wie geplant gegen 15:00 Uhr wieder zu Hause.

 

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