Zurück nach Hause

So. 16.06.2019: Wir haben Albanien über den Nord-Osten verlassen. Und sind nun in Montenegro, im Land der schwarzen Berge. Wir haben 14 Tage Zeit und in etwa 1500 km zu fahren. Wenn wir am Ende nicht in Stress geraten wollen, heißt es ca. 100 km pro Tag zu fahren.

Mo. 17.06.2019: Heute kamen wir bis nach Zabljak im Durmitor-Nationalpark. Auf einem kleinen Campingplatz verbringen wir den Nachmittag und genießen eine ruhige Nacht. Morgen soll es bis nach Sarajevo in Bosnien und Herzegowina gehen.

Di. 18.06.2019: Leider hatten wir heute im Durmitor-Nationalpark nicht ganz so schönes Wetter. Dennoch beeindruckte uns diese Bergwelt nun schon zum zweiten Mal. Durch die vielen Fotostopps kamen wir erst am späten Nachmittag in Sarajevo an. Für den nächsten Tag planten wir die Stadtbesichtigung und suchten dafür schon mal nach einem geeigneten Parkplatz. Unser Schlaflager bezogen wir ca. 10km entfernt oberhalb mit Blick auf die Stadt.

Mi. 19.06.2019: Schon auf dem Weg nach Sarajevo fallen uns die vielen Gräber der gefallenen Soldaten in der Zeit von ´92 bis ´95 auf. Auch in der Stadt selbst trifft man immer wieder Spuren dieser schrecklichen Zeit.

Da wir auch heute noch etwas Strecke machen müssen, beschränkten wir uns bei unserem Stadtbummel hauptsächlich auf das Gebiet um den Bascarsija Markt. Mit mehr Zeit könnte man hier sicherlich noch viele spannende Ecken finden.

Auf dem Weg zu einem Campingplatz am aufgestauten Neretva fahren wir durch ursprüngliche Gebirgslandschaft, vorbei an kleinen schnuckeligen Dörfchen. Nie hätten wir Bosnien und Herzegowina mit so viel Schönheit in Verbindung gebracht. Irgendwann mal planen wir mehr Zeit um dieses herrliche Land genauer zu erkunden.

Do. 20.06.2019: Nach guten hundert Kilometer und drei Stunden Fahrt, entdecken wir den Stausee Mandek. Hier verbringen wir den Nachmittag und wundern uns über den Musikgeschmack der badenden Jugendlichen. Als Nachbarn für die Nacht gesellt sich uns ein Wohnmobil aus Frankreich.

Fr. 21.06.2019: Mit etwas Abstand zur kroatischen Grenze ging es immer weiter Richtung Norden. Diese Strecke schien im damaligen Balkankrieg ein wichtiger Landstrich gewesen zu sein. Die ansonsten herrliche Landschaft sieht man durch die Hinweisschilder auf noch vorhandene Minen und den verlassenen Dörfer mit ganz anderen Augen. Ob von dieser ansonsten schrecklichen Situation die vielen Schmetterlinge profitieren?

Das Dorf Martin Brod im Nationalpark Una erinnert uns mit seinen vielen Wasserfällen an Rastoke, genannt Klein Plitvice in Kroatien. Dort finden wir direkt neben der Parkaufsicht einen tollen Picknickplatz zum Übernachten.

Sa. 22.06.2019: Da heute das Wetter eher durchwachsen war, beschlossen wir Strecke zu machen. Wir kamen bis fast nach Rijeka und fanden am Stausee von Fuzine eine passende Übernachtungsgelegenheit.

So. 23.06.2019: Heute habe ich das 11., bzw. Martina das 9. Land unserer Reise erreicht. Und stehen somit in Italien Nähe Triest.

Mo. 24.06.2019: Da wir ein paar Tage unserer Rückreise der Soca widmen möchten, stehen wir heute auf einem offiziellen Stellplatz in Staranzano (Italien). Hier in der Nähe mündet der Isonzo, wie die Soca in Italien genannt wird, in einem breiten Delta ins Meer.

Di. 25.06.2019: Der Plan ist es der Soca von der Mündung bis zur Quelle zu folgen. Dabei kommen wir über das touristische Örtchen Most na Soci und genießen jeder eine der schmackhaften Soca-Forellen. Eigentlich hatten wir vor, in diesem Örtchen zu übernachten. Leider hörte man von überall her, dass das unter Umständen teuer werden kann. Freies Übernachten wird in Slowenien leider sehr oft mit einer Strafe belegt. So suchen wir uns einen Campingplatz direkt am Fluss. Beschließen aber auch, kein zweites Mal in Slowenien zu übernachten. Diese strenge Reglementierung entspricht in keinster Weise unserer Vorstellung von freiem vanlife. Nach der Soca-Quelle wird es morgen wieder ins benachbarte Italien gehen. Hier lässt es sich deutlich entspannter campen.

Mi. 26.06.2019: Die Quelle ist schnell erwandert. Nach einer knappen Stunde sitzen wir wieder im Landy und erklimmen den 1611m hohen Vrsic-Pass. Den Jasna-See lassen wir links liegen und sind ca. 10km später in Italien. Der Lago Superiore steht seinem slowenischen Kollegen in nichts nach. Im Gegenteil, hier ist das Übernachten im Womo erlaubt, es gibt Schatten, eine Toilette und ein kleines Restaurant. Was will man mehr!

Do. 27.06.2019: Da wir uns wieder Italien zu orientiert haben, geht es erst mal wieder nach Westen. Plötzlich sehe ich auf einem Schild „Großglockner Hochalpenstraße“. Dort waren wir auch noch nicht. Spontan ändern wir nochmals die Route und stehen einige Zeit später auf dem Parkplatz der Kaiser-Franz-Josef-Höhe, unterhalb des 3798m hohen Großglockners. Man muss schon sagen, diese Landschaft ist sehr beeindruckend. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Zwar kostet die Nutzung der Straße fast 40 €, diese sind aber jeden Cent wert.

Fr. 28.06.2019: Vor allem beeindruckte mich der traumhafte Sonnenaufgang um kurz nach 5 Uhr. Ich genoss die Stille des Morgens und wanderte zum nahegelegenen Rest des Gletschers. Nachdenklich stimmte mich die Tatsache, dass dieser immer weiter schwindet. Und das rasend schnell, wie die auf Tafeln dargestellte vergangene Gletscherstände zeigen.

Eigentlich wollten wir auf einem Stellplatz in Innsbruck übernachten, mussten aber leider feststellen, dass die Parkmöglichkeit einem Rummel weichen musste. Da dieser Teil Österreichs besonders Wohnmobil-unfreundlich ist, finden wir erst spät abends in der Nähe von Reute einen Parkplatz, auf dem zumindest nicht per Schild das Parken in der Nacht verboten ist. Ehrlich gesagt, finde ich es eine unverschämte und wenig nachvollziehbare Regelung, dass in manchen Gegenden das Nächtigen auf einem Parkplatz verboten ist. Wir auf alle Fälle werden diese Länder und Regionen zukünftig meiden!

Sa. 29.06.2019: Nach 14 Wochen, 12707 gefahrenen Kilometern und 11 Ländern kommen wir heute gegen 15 Uhr wieder Zuhause an.

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