Zweite Woche Sardinien

 

Morgens trennten wir uns nach einem wehmütigem Blick auf unsere tolle Rundumsicht beim Torre Punta de Foghe und weiter ging es Richtung Süden. An diesem Tag fuhren wir meist wieder Schotterpiste und sahen viel Landwirtschaft, vor allem Schafe und ein paar wenige Kühe. Die Schafe oft in Begleitung eines oder zweier Hirtenhunden. Schöne große, weißgelbe Tiere. Am Abend im Umfeld unseres Übernachtungsplatzes erwartete uns ein ganz besonderes Highlight: Sardische Landschildkröten. Für die Schildkrötenleute unter uns einfach herrlich, die Tiere in ihrem ganz natürlichen Lebensraum beobachten zu können. Ein einmaliges Erlebnis!

Am Samstag Morgen hatten wir ein ganz besonderes Ziel, den Reisstrand Is Arutas. Wir wollten unbedingt sehen, warum man für die Entnahme dieser Sandkörner angeblich bis zu 1000 Euro Strafe bezahlen muss. Sah interessant aus, wie Reis eben, aber doch weitaus unspektakulärer als angenommen. In Oristano konnten wir unsere Vorräte wieder so weit auffüllen, dass wir die nächsten paar Tage versorgt waren. Der Tank wurde auch mal wieder mit dem leider sehr teuren Diesel befüllt und los ging es in die Berge der wilden sardischen Pferde. Auf dem Plateu Giara di Gesturi lebt eine verstreute Gruppe dieser kleinen schwarz-braunen Tiere. Trotz der großen Fläche sahen wir tatsächlich einige der relativ scheuen Ponys. Es hat sich wirklich gelohnt! Die Übernachtung vor dem Park war ruhig und entspannt.

Beim Aufwachen war alles nebelverhangen und so zog es uns wieder ans Meer. Diesmal zum Geisterdorf Funtanazzas. Es handelt sich hier um eine ausgediente, verfallene Ferienanlage der 1991 geschlossenen Minengesellschaft Montevercchio. Wirklich beeindruckende, teils sehr imposante Relikte aus vergangenen Zeiten. Und nebenbei noch ein schöner Stellplatz direkt am Meer, Sonnenuntergang inklusive.

An der Costa Verde nutzten wir wieder den Allrad entlang eines Flusses und vorbei an riesigen Dünen. Am Capo Pecora genossen wir den kurzen Regenschauer und danach den umso prächtigeren Sonnenuntergang.

In den Bergen rund um Fluminimaggiore war einst die Hochburg des Bergbaus auf Sardinien. Silber und Blei wurden hier abgebaut. Die verfallenen Bergwerksanlagen sind auf teils sehr steilen und holprigen Wegen zu finden. Abends fanden wir nach etwas Suchen doch noch einen passenden Schlafplatz am Strand von Fontamare mit leider schon geschlossener Strandbar. Wieder genossen wir den unglaublich beeindruckenden Himmel bei Sonnenuntergang.

Anderntags nutzten wir den Vormittag zum ausgiebigen Baden am Strand. Weiter an der Westküste Richtung Süden ging es durch weniger attraktives Gebiet. Ziel war die Isola di Sant‘ Antioco. Eine Insel, die durch einen schon von den Phönizier aufgeschütteten Damm mit der Hauptinsel verbunden wurde. Die Nacht verbrachten wir mit zwei weiteren Womos an einer einsamen kleinen Bucht im Westen der Insel.

Wir umrundeten die Isola im Uhrzeigersinn und steuerten den südlichsten Punkt von Sardinien an, die Costa del Sud. Diese verließen wir bei Temperaturen um die 30 Grad und aus Ermangelung von geeigneten Stellplätzen schon nach ein paar Stunden. Endlich ging es wieder in die Berge. Bei einem Picknickplatz mitten im Wald verbrachten wir eine einsame und stille Nacht. Auch Wasser gab es hier reichlich. Und so konnten wir mit gefüllten Wasserkanistern und frisch gewaschener Wäsche in den auch diesmal wieder sonnigen Tag starten.

In großem Bogen umfuhren wir Cagliari und steuerten nach genau der Hälfte unserer Urlaubszeit, den südlichsten Zipfel der Ostküste an. Ab jetzt ist Halbzeit und es geht wieder gen Norden. In diesem Gebiet gestaltet sich die Stellplatzsuche etwas schwieriger als gewohnt. Das ist wohl der Tribut, den diese wunderschönen, karibisch anmutenden Strände hier fordern. Alles ist sehr reglementiert und Wohnmobile selten zum Übernachten erlaubt. Trotzdem haben wir Glück und finden gegen Abend einen großzügigen ebenen Parkplatz bei Marina San Pietro direkt am azurblauen, glasklaren Meer.

Die Nacht wird genauso stürmisch, wie es der vorangegangene Tag war. Und auch morgens ging es böig weiter. Außerdem hatte das Meer beachtlichen Wellengang bekommen, so dass an baden leider nicht zu denken war. Manch einer machte das dann aber durch Joga am Strand wieder wett.

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